OLDENBURG - Starker Andrang bei der Job4u: Schon am ersten Tag der Ausbildungsmesse kamen am Freitag mehr als 7000 Jugendliche mit ihren Lehrern, Eltern und Freunden in die Oldenburger Weser-Ems-Halle, um sich über Ausbildungsberufe zu informieren und Kontakte zu Unternehmen zu knüpfen. Wir sind sehr zufrieden mit dem Auftakt, sagte Dr. Thomas Hildebrandt, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung bei der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK), die die Messe veranstaltet.
Kammerpräsident Dr. Karl Harms zeigte sich optimistisch, dass das Interesse auch am zweiten Messetag an diesem Sonnabend (9 bis 17 Uhr) anhält. Wir erwarten mehr als 10 000 Besucher an beiden Tagen, sagte er. Mit dieser Besucherzahl und insgesamt 100 Ausstellern 20 mehr als im Vorjahr sei die Job4u in Oldenburg mittlerweile die größte Ausbildungsmesse in der gesamten Metropolregion Bremen-Oldenburg, so Hildebrandt. Insgesamt rund 1000 Ausbildungsstellen hätten die Betriebe im Angebot.
Knapp 70 Ausbildungsplätze pro Jahr bietet etwa der Einzelhandelsriese Edeka, der mit einem der größten Messestände auf der Job4U vertreten ist, rund um sein Logistikzentrum in Wiefelstede an. Wir merken schon, dass die Bewerberzahlen in den vergangenen Jahren zurückgegangen sind, sagt Anna Wenzel, Assistentin der Geschäftsführung, und zeigt damit eine Trendwende am Ausbildungsmarkt auf. Umso wichtiger sei es, auch als Unternehmen Flagge zu zeigen und über die verschiedenen Ausbildungsberufe zu informieren.
Doch auch die meisten Schulabgänger sind im Vorfeld der Messe nicht untätig geblieben. Die Schüler sind vielfach gut vorbereitet, lobt Vivien Stöterau, zuständig für den Bereich Personalentwicklung bei derNWZ
. Viele Klassen hätten etwa Fragebögen vorbereitet. So könnten gezielt Fragen zu den angebotenen Ausbildungsberufen, etwa zum Medienkaufmann, zum Mediengestalter oder zum Volontär beantwortet werden.Ich habe meinen Ausbildungsplatz schon in der Tasche, sagt Marvin Timmermann. Der 15-Jährige, der zurzeit noch die Haupt- und Realschule Edewecht besucht, beginnt 2011 eine Ausbildung bei der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO). Erste Kontakte hat er im vergangenen Jahr auf der Job4u geknüpft. Mehrere Banken und Sparkassen waren mit Ständen auf der Jobu4 vertreten, da konnte ich mir einen ersten Eindruck machen und mich informieren, sagt der 15-Jährige.
Vielleicht steht er im nächsten Jahr dann auch schon auf der anderen Seite des Messestandes so wie Ann-Kathrin Mühl. Letztes Jahr habe ich mich selbst noch hier am Stand der Molkerei Ammerland informiert, sagt die 20-Jährige. Heute macht sie eine Ausbildung zur milchwirtschaftlichen Laborantin bei der Molkerei und schenkt an diesem Freitag nicht nur allerlei Milchmix-Getränke aus, sondern berichtet interessierten Schülerinnen und Schülern auch über ihre Erfahrungen aus dem ersten Lehrjahr.
Gerade diesen Ansatz, eine Messe von Jugendlichen für Jugendliche zu machen, loben auch viele Personal- und Ausbildungsleiter von Unternehmen. Die Azubis geben ihre Erfahrungen direkt und ungefiltert weiter, sagt Detlef Tobias, Ausbildungsleiter beim Maschinenbauer Deharde aus Varel. Gerade das macht auch den Reiz der Job4u aus.
Kein Wunder, dass daher auch die Aktion Azubi-Scout bei den Jugendlichen besonders gefragt wird. Auszubildende aus den Betrieben führen dabei die Schulabgänger über die Messe und stellen Kontakt zu den Firmen her. Insgesamt habe es schon 1000 Anfragen gegeben, so die IHK.
