OLDENBURG - Auf einen mittelalterlichen Keller aus dem 15. oder 16. Jahrhundert sind die Arbeiter des Bauunternehmens August Hotze vor dem Schloss gestoßen. Bei den Erdarbeiten für die Neuanlage der schloss-seitigen Parkplätze tauchten die alten Mauern auf: ein Fall für die Archäologen, die die Gestaltung des Schlossplatzes begleiten.

Der örtliche Grabungsleiter Christian Küchelmann vom Bremer Archäologiebüro Nordholz weist daraufhin, dass bis 1750 auch diese Seite der Straße Am Schloßplatz, die früher „Innerer Damm“ hieß, mit einer Häuserreihe bebaut war. Das Haus sei bis dahin offenbar „abgerissen worden oder sogar abgebrannt, darauf weisen die Brandschicht und die relativ vielen verbrannten Ziegel hin“. Ab 1750 zeigten die Karten auf dieser Seite nur noch einen „Baumhof“.

Gefunden haben die Archäologen hier einen alten Kugeltopf, Teller, Trinkgefäße und Scherben aller Art. Küchelmann: „Es gab auch damals teureres und billigeres Geschirr. Hier handelte es sich um einen wohlhabenderen Haushalt.“ Der gefundene Hirsch-Knochen deute auf einen adligen Bezug.

Die Fundstellen weisen auf eine Bauanlage entlang der Straße hin, die sich im Laufe der Zeit verändert hat. Es wurden 31 Findlinge in diesem Bereich gefunden. Küchelmann: „Das Muster lässt vermuten, dass die Findlinge zur Gründung der Holzständer für die Fachwerkhäuser in dieser Reihe hier genutzt wurden.“

An anderer Stelle stießen die Bauarbeiter und Archäologen auf eine Mauerecke der Alten Hauptwache und auf die Fundamente des ehemaligen Standortes des Peter-Friedrich-Ludwig-Denkmals. Das stand früher eher in der Mitte des Platzes und wurde an den Rand versetzt.


Die Funde sorgten nur für eine leichte Verzögerung der Schlossplatz-Umgestaltung, sagte der städtische Bauleiter Stephan Baumann am Dienstag. An diesem Mittwoch soll der jüngste Fund dokumentiert sein, so dass die Arbeiten für die 25 Parkplätze an dieser Seite wieder aufgenommen werden können. Wenn der LzO-Container Ende Mai verschwunden ist, kann auch dort gearbeitet und Leitungen und Pflaster verlegt werden. Alle Arbeiten werden von den Archäologen unter Leitung von Dr. Jana Fries vom Landesamt für Denkmalpflege begleitet. Im Spätherbst soll der Schlossplatz fertig sein.

Karsten Röhr
Karsten Röhr Redaktion Oldenburg