OLDENBURG - „Reif für die Insel“ – so denken vielleicht viele Auszubildende. 30 Azubis aus dem Bereich Erneuerbare Energien im Weser-Ems-Gebiet haben Glück: Im Rahmen des Projekts „Fit for new energy“ des Bildungswerks der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) reisen sie für vier bis sechs Wochen nach Großbritannien und in die Niederlande, um in insgesamt 25 Partnerbetrieben ein Praktikum zu absolvieren.

Das Projekt findet bereits zum zweiten Mal statt. „Wir wollen den Auszubildenden die Möglichkeit geben, ihre sprachlichen und fachlichen Kenntnisse zu verbessern sowie ihre Soft Skills zu erweitern“, erklärt Torben Böhle, Projektmitarbeiter bei „Fit for new energy“. Die Kosten für Reise und Unterkunft trägt das EU-Programm Leonardo Da Vinci. „Auf die Heimatbetriebe kommen keine zusätzlichen Kosten zu“, so Böhle.

Während jeweils zehn Azubis im März und April kommenden Jahres abreisen werden, sind die ersten zehn bereits aus Großbritannien zurückgekehrt. Und von dort haben sie nur Gutes zu berichten: „In England hat man bei der Arbeit nicht so einen Druck wie in Deutschland“, sagt Steffen Theurich. „Dort geht es viel entspannter zu.“ Benjamin Schuster erklärt: „Man bekommt eine Frist für eine Aufgabe, und dann arbeitet man eigenverantwortlich daran.“

Durch die Erfahrung seien die Azubis selbstbewusster geworden: „Ich habe mich selbst besser kennengelernt und weiß jetzt, wozu ich im Stande bin“, erzählt Steffen Theurich. Die Sprache sei kein Problem gewesen: „Man darf nicht zögern zu fragen, wenn man etwas nicht verstanden hat“, sagt Steffen. „Zur Not wird es mit Händen und Füßen erklärt.“

Auch die Gastbetriebe waren mit den Deutschen mehr als zufrieden. So hat Martina Thie bereits ein Stellenangebot, und Steffen Theurich hat so viele Kunden akquirieren können, dass beim BNW bereits nach dem nächsten deutschen Azubi gefragt wurde.