OLDENBURG - Früher ist man in Oldenburg nicht Bus gefahren, sondern mit „Pekol“. So berichtet jedenfalls Anneliese Zoll. Wenn sie als Kind zum Kramermarkt gefahren ist, war möglicherweise Hans Schnittger ihr Fahrer.

Der ehemalige Pekol-Mitarbeiter kam am Sonntag wie rund 1500 andere Gäste zum Pekol-Museum an der Alexanderstraße. Möglicherweise nutzten sie die letzte Chance. Ob die Türen nach der Winterpause geöffnet werden können, weiß Hans-Joachim Luckau, Vorsitzender des Vereins für Verkehrsgeschichte, nicht. Schließlich gibt es Pläne, auf dem Gelände ein Nahversorgungszentrum zu bauen. Fünf der möglichen Investoren würden zwar die Ausstellung in ihr Konzept einbeziehen, unterschrieben sei aber noch nichts.

Auch wenn Luckau sich zuversichtlich zeigt, schwebte doch Melancholie in der Luft. Am Eingang sammelte Anneliese Zoll Unterschriften und entlang der Busse standen staunende Gäste. So auch Werner Bücking. „Die Ausstellung ist wirklich erhaltenswert. Alles andere wäre ein Skandal“, sagt er.

Fotogalerie: Oldenburger Pekol-Busse ausgestellt.

Fotogalerie: Ein Pekol-Bus fährt durch die Oldenburger Innenstadt


Und tatsächlich ist es eine ganz besondere Sammlung der Automobilgeschichte mit historisch wertvollen Bussen, Feuerwehrwagen, Zweirädern und zeitgenössischen Ausstellungsstücken vom Drehscheibentelefon bis hin zum gepackten Koffer. Alles in mühsamer Kleinarbeit gereinigt, restauriert oder lackiert.

Am Sonntag gab es sogar noch mehr: Mit Geschichten von Hans Schnittger konnte man in die Vergangenheit eintauchen. Er war früher Schaffner und erkannte einen ausgestellten Geldwechsler wieder. Ab 1959 arbeitete er als Fahrer. Besonders spannend war es für ihn, wenn die großen Busse mit Anhänger von der Achternstraße in die Lange Straße einbogen.

Schnittger denkt gerne an seine Pekol-Zeit: „Es war immer ein nettes Arbeitsklima.“ Wenn er Frau Pekol mitgenommen hat, hat sie ihm beim Aussteigen stets eine Schachtel Zigaretten zugeschoben. „Aber nicht im Bus rauchen“, sagte die Chefin.