OLDENBURG - Bei der Hinfahrt sei alles gelaufen wie geschmiert. Der Oldenburger Werner Kloppenburg nahm Ende März die Nordwestbahn nach Bremen. Als der 69-jährige Arzt die Rückfahrt antreten wollte, stieß er jedoch auf Probleme – er habe sein Ticket nicht entwerten können.
„Ich gehöre offensichtlich nicht zur Schwarzfahrer-Gattung“, sagt Kloppenburg. Trotzdem, und obwohl er dem Schaffner das entwertete Ticket der Hinfahrt zeigte, beharrte dieser auf einem Bußgeld von 40 Euro wegen Schwarzfahrens. Seit diesem Vorfall unterhält der Mediziner regen Briefverkehr mit dem Unternehmen.
„Ich habe mehrmals versucht, meinen Fahrschein zu entwerten. Selbst eine Minute vor der Abfahrt des Zuges habe ich es noch einmal versucht, nachdem es einer Frau gelungen war, ihr Ticket abzustempeln, aber es funktionierte bei mir einfach nicht“, erklärt Kloppenburg.
Die Nordwestbahn reagiert in einem Brief auf die anschließende Beschwerde des Arztes mit dem Hinweis, dass es in Bremen zahlreiche Möglichkeiten gebe, den Fahrschein zu entwerten. Die Deutsche Bahn, die die Entwerter in Bremen wartet, habe keinen Defekt bestätigen können. „Wenn nur eine Einzelperson Probleme hat, bestehen wir auf das Bußgeld“, sagt Katrin Hofmann von der Nordwestbahn.
Für diese Reaktion hat Werner Kloppenburg nur wenig Verständnis. „Der Entwerter war in Bremen mehrfach defekt, die Kontrolleure wussten das auch“, sagt er. Ebenso wenig versteht er, warum vor der Abfahrt seines Zuges keine Durchsage erfolgte.
„Die von Ihnen gewünschte Durchsage am Bahnsteig, dass der Zug in Kürze abfährt, wird ausschließlich von der Deutschen Bahn AG durchgeführt und auch nur für die Züge der DB AG“, schreibt die Nordwestbahn an den 69-Jährigen.
„Ansagen gibt es nur, wenn Unregelmäßigkeiten auftreten“, sagt Dirk Pohlmann von der Deutschen Bahn dazu. „Die Nordwestbahn kann als unser Kunde diese Durchsagen in Auftrag geben für den Bremer Bahnhof“, sagt er. Dieser Dienst würde allerdings Kosten nach sich ziehen.
