OLDENBURG - In der Diskussion um eine Bahnumgehung haben die Befürworter des Projekts neue Argumente vorgelegt. Der Verein „Lärmschutz im Verkehr“ (Live) stellte am Montag ein schalltechnisches Gutachten vor, wonach die Lärmbelastung entlang der A 29 durch eine Bahntrasse mit Lärmschutzwänden nicht ansteigt. „Mit der Untersuchung wollen wir zur Versachlichung der Diskussion beitragen“, erklärte Live-Vorsitzender Gernot Strey.

Im Auftrag des Vereins Live untersuchte Christian Nocke vom Akustikbüro Oldenburg am Beispiel Bornhorst, wie sich die vorhandene hohe Lärmbelastung entlang der A 29 durch eine Güterverkehrs-Umgehungstrasse verändert. Ermittelt wurden Schallimmissionen durch den Straßenverkehr und die neue Bahnstrecke. Dabei nahm der Gutachter eine künftige Belastung von 25 000 Fahrzeugen pro Tag auf der A 29, 6100 Fahrzeugen auf der L 865 sowie von 93 Personen- und Güterzügen am Tag und 37 Zügen in der Nacht auf der Bahnstrecke an.

Spezial: Bahnlärm in Oldenburg

„Durch geeignete Lärmschutzmaßnahmen an der Bahntrasse kann eine Zunahme des Verkehrslärms vollständig vermieden werden“, fasst Nocke das Ergebnis seiner Untersuchung zusammen. Ohne die vier Meter hohen Schutzwände kommt es seinen Angaben zufolge nur in östlicher Richtung zu einer nennenswerten Lärmzunahme. In Richtung Westen wirke der Autobahnwall als Lärmschutz. Die Ergebnisse, so Nocke, könne man verallgemeinern für die gesamte Umgehungstrasse, in deren Umfeld sich etwa 15 bis 20 Häuser befänden. Bei noch höheren Schutzwänden würde die Lärmbelastung für Anwohner sogar sinken.

Live-Vorstandsmitglied und Grünen-Ratsherr Armin Frühauf will sich nun dafür einsetzen, dass das Gutachten demnächst im Verkehrsausschuss vorgestellt wird.