Oldenburg - Ruth Koch (79) wohnt in einem Bungalow. Fertigstellung war 1967, 79 Quadratmeter Wohnfläche, ein Keller ist auch dabei. Hier, an der Ottostraße in Oldenburg, stehen Dutzende dieser Häuser, immer mit einem kleine Versatz Wand an Wand gebaut – „Zickzackhausen wird das hier genannt“, sagt Karen Janßen Braje, Tochter von Ruth Koch und mittlerweile Eigentümerin des Elternhauses.
Heute haben Mutter und Tochter den Energieberater Carsten Krause im Hause. Er überschlägt mal kurz den Energieverbrauch in dem Haus und kommt auf 157 Kilowattstunden pro Quadratmeter. „Hier wird mit Energie nicht verschwenderisch umgegangen, der Wert ist völlig in Ordnung“, stellt Krause fest. Aber der 53-Jährige hat auch schnell einen „Übeltäter“ im Haus ausgemacht. Die Heizungsanlage, Baujahr 1989. Störungsfrei verrichtet das Gerät zwar seinen Dienst und heizt die Räume auf angenehme 20 Grad Celsius, „aber ein Großteil der Energie geht als heiße Luft nach draußen“, weiß Energieeffizienz-Experte Krause und gibt einen Vergleich: „Stellen Sie sich mal vor, Sie würden alleine mit einem Reisebus in die Stadt zum Einkaufen fahren. Dann klappt das wohl, aber es ist bei Weitem nicht so effizient, als würden Sie mit einem Kleinwagen in die Stadt fahren.“
Die Heizung ist auch der Grund für den Besuch von Energieberater Krause. „Das, was Ihr Kessel macht, können moderne Brennwert-Thermen heutzutage deutlich effizienter. Sie können mit einer Energie-Einsparung von etwa 20 bis 30 Prozent pro Jahr rechnen, das Geld für eine neue Heizungsanlage haben Sie also nach etwa fünf bis sieben Jahren wieder raus“, weiß Krause. „Und was kostet mich eine neue Heizung?“, will Ruth Koch wissen. „Die Investitionskosten liegen zwischen 5000 und 6500 Euro“, antwortet Krause.
Schön und gut. Doch woher weiß Ruth Koch, welche Anlage sie nehmen soll, welche Firma ihr das beste Angebot macht? Die Erstberatung durch Carsten Krause kostet 150 Euro, wird aber mit 75 Euro von der Stadt Oldenburg gefördert (siehe Kasten rechts). Wenn Krause sich weiter kümmern soll, kostet das im Falle der neuen Heizung nochmal zwischen 180 und 300 Euro. Gut investiertes Geld, wenn man bedenkt, dass Krause sich dafür um die Förderanträge bei der Stadt und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) kümmert, wodurch schnell um die 1000 Euro an Fördermitteln bei Frau Koch landen können. Zudem checkt der Energieberater die Angebote für die Heizungs-Erneuerung.
Ist es zu hoch, fehlt was, gibt es versteckte Kosten, ist es gar ein „Vermeidungsangebot“, weil die Firma keine Zeit hat? Und abschließend, wenn die neue Anlage eingebaut wird, kommt Krause nochmal zu Ruth Koch nach Hause, um den Handwerkern auf die Finger zu schauen.
„Das ist schon eine gute Sache, wenn man bei einer solchen Investition einen Fachmann an der Seite hat“, finden Mutter und Tochter.
