OLDENBURG - Die Handwerkskammer Oldenburg (HWK) startet eine „Mobilitätsberatung“ für Betriebe und ihre Lehrlinge. Konkret: Die Beraterin Brigitte Hefele hilft Unternehmen, deren Mitarbeiter internationales Know-how erwerben sollen, bei der Organisation von Auslandsaufenthalten.
Das Angebot richtet sich zum einen an Lehrlinge und junge Gesellen, die in einem ausländischen Betrieb dazulernen möchten. Brigitte Hefele informiert über Möglichkeiten, Förder- oder Austauschprogramme. Sie berät z.B. bei der Auswahl geeigneter Unternehmen im Ausland, gibt Tipps zum Versicherungsschutz, zum Berufsschulbesuch, zu Sprachkursen und stellt Kontakte her. „Ich möchte das ,Sich-Trauen‘ ein bisschen erleichtern“, sagt Hefele. Der ideale Zeitpunkt für einen Lehrling, ins Ausland zu gehen, liege im zweiten oder dritten Lehrjahr – nach der Zwischenprüfung und nicht zu knapp vor dem Abschluss.
Hefele möchte durch direkte Ansprache aber auch Unternehmen von den Vorteilen der Auslandsaufenthalte ihrer Mitarbeiter überzeugen. Dabei gehe es nicht nur um Naheliegendes wie das Lernen einer Sprache oder die persönliche Entwicklung, erklärt sie. „Auszubildende wertschätzen es, wenn Unternehmen sie wegschicken. Das geben sie auch aktiv zurück. Sie identifizieren sich ganz anders mit der Firma“. Die gelernte Tischlerin verbrachte selbst drei Monate in einem Betrieb in Frankreich.
Die Zahl der exportierenden Betriebe im Oldenburger Land hat sich nach Aussage der HWK innerhalb der vergangenen 15 Jahre verdoppelt. „Zehn Prozent unserer rund 12 200 Unternehmen unterhalten Geschäftsbeziehungen ins EU-nahe Ausland oder sogar nach Übersee. Dadurch steigt im Handwerk der Bedarf an Fachkräften mit internationaler Kompetenz“, sagte Heiko Henke, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der HWK. Trotz der Vorteile für die Betriebe hätten erst zwei Prozent der Lehrlinge im Handwerk einen Auslandsaufenthalt absolviert.
Um den Anteil zu steigern, sind bundesweit 38 Mobilitätsberater im Einsatz. Gefördert wird die Beratung vom Bundesarbeitsministerium mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF).
Brigitte Hefele ist unter 0441/232 276 oder per E-Mail unter hefele@hwk-oldenburg.de zu erreichen.
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