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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Studenten treffen Gründer-Prominenz

03.02.2018

Oldenburg /Berlin Als Referenten prominente Gründer statt Uni-Professoren, als Studienort die Start-up-Metropole Berlin statt Oldenburg und als zentrales Thema statt wissenschafts-theoretischen Vorlesungen die konkrete Entwicklung einer Geschäftsidee und deren Vorstellung vor einer professionellen Jury: Zu einem ganz besonderen „Exkursionsseminar Geschäftsideenentwicklung“ sind jetzt 28 Studierende der Universität Oldenburg für vier Tage nach Berlin aufgebrochen.

„Wir wollen Studierende motivieren, in die Existenzgründung zu gehen“, sagt Prof. Dr. Alexander Nicolai, Inhaber der Stiftungsprofessur Entrepreneurship am Department für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften der Universität Oldenburg, die das besondere Seminar jetzt zum zweiten Mal organisiert hatte. Ziel sei es, das Thema möglichst praxisnah anzugehen und dabei in einem unkonventionellen Rahmen auch den Austausch mit erfahrenen Gründern zu suchen. „Vorbilder sind motivierend“, findet er.

Ganz bewusst habe man deshalb auch die Mitte Berlins als Ort für das Exkursionsseminar gewählt. „Berlin nimmt in Sachen Gründerszene in Deutschland schon eine Sonderstellung ein“, sagt Nicolai.

Abendessen mit Gründern

In der Bundeshauptstadt hatten die Studenten über mehrere Tage Gelegenheit, in Gruppenarbeit ihre eigenen innovativen Geschäftsideen zu entwickeln und sich mit erfolgreichen und kreativen Gründern und Experten aus der Berliner Start-up-Szene auszutauschen. So stand am ersten Tag etwa ein Abendessen mit den Gründern Sven Häberlein (Trotzkind), Mateo Sotomayor (Upcycling De­luxe), Joel Burke (Launchcircle), Cassi Welling (Klimate-Kic) sowie Iris Haffner vom Business-Angel-Verein Berlin- Brandenburg auf dem Programm. Gastvorträge hielten unter anderen Thomas Holl, Gründer und Geschäftsführer der E-Learning-Plattform Babbel, und André Schwämmlein, Gründer und Geschäftsführer des führenden deutschen Fernbusunternehmens Flixbus. Joachim Hoepp, Gründer des Oldenburger Geschenkartikel-Spezialisten Nanu Nana, präsentierte den Studierenden den Film „Schumpeter – The man who covered capitalism“.

Die Gründer-Persönlichkeiten berichteten den Studenten dabei nicht nur über ihre eigenen Erfahrungen, sondern gaben den Oldenburgern auch Feedback zu deren Geschäftsideen. Denn am Ende des Seminars mussten die Studenten ihre Geschäftsideen in einer zehnminütigen Präsentation, dem „Pitching“, einer Jury von Gründungsexperten vorstellen. Die Geschäftsideen waren dabei vielfältig: von der Entwicklung einer Traubenkernöl-Marke, über eine WG-Matching-Plattform und eine Wunschlisten-App bis hin zu nachhaltigen Strohhalmen, die nicht aus dem Glas hüpfen.

Direkte Einblicke

Bei den Studenten kam das besondere Seminar hervorragend an. „Vor allem die Praxisnähe und der Kontakt zu den Gründern, durch den man direkte Einblicke in den Start-up-Alltag bekommen hat, waren super“, meint etwa André Meinhard (23). „Nach dem Seminar kann ich mir auf jeden Fall vorstellen, mich selbstständig zu machen.“

„Am besten fanden wir, dass man die Entwicklung seiner Geschäftsidee praxisnah durchlebt“, erklären Anahita Yaghmaeian (26) und Maria Klein. Sie erhielten für ihre Traubenkernöl-Idee sogar das Angebot einer Jurorin. „Wir planen, unsere Idee noch weiterzuverfolgen, das Feedback der Jury einzubringen und unser Konzept noch weiter auszuarbeiten“, sagen sie.

2019 sei auf jeden Fall eine Neuauflage der Veranstaltung geplant, sagen die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Uta Rißmann und Regina Wallner, die das vom Förderverein für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften der Uni unterstützte Exkursionsseminar mit organisiert hatten. „Die Nachfrage war auch in diesem Jahr wieder groß“, sagt Rißmann.

Die Oldenburger streben zudem an, weitere Hochschulen für dieses besondere Projekt zu gewinnen. Mit der Joachim-Herz-Stiftung ist kürzlich ein Partner an sie herangetreten, der diese Idee unterstützen will.

Jörg Schürmeyer
Redakteur
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2041