OLDENBURG/BERLIN - Für Roggen und Weizen werden heftige Einbußen erwartet. Das Getreide wird „notreif“.

Von Rüdiger zu Klampen

OLDENBURG/BERLIN - Die andauernde Hitze wird vielen Bauern im Nordwesten heftige Verluste bescheren. Die Situation sei „ernst“, es gebe „ausgeprägte Trockenschäden“, sagte Peter Wachter, Sprecher der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, gestern auf Anfrage dieser Zeitung. Sandige Geest-Standorte seien mehr betroffen als etwa der Küstenraum.

Teilweise „extreme Ertragseinbußen“ seien bei der kommenden Roggen- und Weizenernte zu erwarten, sagte Wachter. Das Getreide sei oft „notreif“, also ohne Einlagerungen in üblicher Menge.

Beim Mais hätten die Landwirte einige Flächen bereits wieder umgepflügt, weil kaum noch etwas wuchs. Dies treffe besonders auch Betriebe, die mit dem Mais eine eigene Biogasanlage fahren wollten. Bei ihnen reiche der Rohstoff jetzt oft nicht mehr für ein ganzes Jahr. Bei Mais als Winterfutter gebe es dagegen zuweilen noch alte Vorräte.

Starke Trockenschäden zeige auch das Grünland. Nach dem noch guten zweiten Schnitt sei es sehr trocken geworden, Flächen seien regelrecht abgebrannt. Dort wachse jetzt nichts mehr. Auch Weidebetrieb sei an vielen Standorten nur beschränkt möglich. Bei der Hitze sinke die Milchleistung. Auf Marsch-Standorten sehe es insgesamt „verhältnismäßig gut aus“, sagte Wachter.


Auch die Kartoffelbestände leiden laut der Kammer. Es bildeten sich „wenige oder zu kleine Knollen aus“.

Glimpflich verlief die Ernte meist bei der bereits abgeernteten Gerste.