OLDENBURG - Frank Reins sieht nicht aus wie ein Detektiv. Das ist auch gut so. „Die größte Gefahr in meinem Beruf ist es, entdeckt zu werden. Dann ist man verbrannt, so nennen wir das“, erzählt der 45-jährige Privatdetektiv aus Oldenburg, der sich aus genau diesem Grund nicht im Bild zeigen will. Unerkannt zu bleiben ist sein Geschäft, und das schon seit 20 Jahren.

In der Region teilt er sich dieses Geschäft mit einer Handvoll anderer Detekteien, wie ein Blick in die Telefonbücher zeigt. Genug Arbeit gibt es immer. „60 Prozent meiner Fälle haben mit Ehe-Angelegenheiten zu tun. Da geht es dann um Unterhaltszahlungen oder Betrug“, erzählt Reins. „Die übrigen 20 bis 30 Prozent entfallen dann noch auf die Ermittlungen nach Schwarzarbeit, bei zehn Prozent geht es um Diebstahl“.

Die wichtigste Eigenschaft eines Detektivs sei die Geduld, erzählt Reins. „Meine höchste Wartezeit in einem Auto betrug 13 Stunden“, erinnert er sich. „Da habe ich mir eine Pizza an den Wagen bestellt.“ Doch oft komme das nicht vor. „Ich habe so meine Tricks. Ich kann auch mit anderen Mitteln feststellen, ob ein Auto nachts bewegt wurde oder jemand das Haus verlassen hat“, verrät er.

Muss er doch einmal länger bleiben, verhält er sich im Auto so unauffällig wie möglich. „Ich darf kein Licht machen und nicht rauchen.“ Statt dessen hält er sich mit Musikhören wach oder liest mit Hilfe einer Mini-Taschenlampe. Seinen Beobachtungsposten wählt er nie direkt vor dem Haus des Beschatteten. „Wenn ich auffalle, dann nur weiter entfernt wohnenden Nachbarn. Die kann ich dann meist schnell beruhigen“, erläutert er.

Engagiert wird Reins von Bürgern aller Bevölkerungsschichten. „Meist werde ich beauftragt, wenn einer der Ehepartner einen Anfangsverdacht schöpft. Das erste Treffen findet dann an einem anonymen Ort statt. Dort werden die Zielvereinbarungen für den Auftrag vereinbart und der Preis festgelegt“, berichtet Reins.


Auf ein persönliches Treffen mit den Auftraggebern besteht der Detektiv. „Es sind übrigens genauso viele Männer wie Frauen dabei“, verrät er. Manche Fälle werden auch von Rechtsanwälten weitergegeben. Nur selten lehnt Reins einen Auftrag ab, z.B. wegen krankhafter Eifersucht.

Besonders gefährlich findet der Privatdetektiv seinen Beruf nicht. „Man kommt manchmal in brenzlige Situationen. Ich wurde schon ein paarmal angegriffen. Da darf man sich nicht überschätzen“, erzählt er. Wichtig seien in solchen Fällen juristische Vorkenntnisse. „Die habe ich während meiner Detektiv-Ausbildung an einer Fernschule erworben“, so Reins.

Einen Teil seiner Aufträge bekommt er von Firmen. „Da geht es dann um die Feststellung von Schwarzarbeit, Diebstahl oder Versicherungsbetrug.“ Die Anzahl der Ermittlungen schwanke von Monat zu Monat. „Manchmal habe ich fünf Fälle, dann mal wieder keinen. So ist das eben.“

Misstrauischer seien die Menschen in den letzten 20 Jahren nicht geworden, findet Frank Reins. „Die Leute sprechen einfach zu wenig miteinander. Da entstehen viele unnötige Missverständnisse.“

Deutscher Detektivverband unter www.bdd.de