OLDENBURG - Emsiges Treiben im Schulfoyer: Zwischen Honigbonbons und Imkereiwerkzeug schwirren die Besucher des 31. Tags der Imker fröhlich umher. Das Schulzentrum Alexanderstraße wurde am Sonntag kurzerhand zu einer kleinen Messe für Bienenfreunde verwandelt.
Dabei ist man verwundert, was man alles aus Honig herstellen kann: Handcreme, Duschgel, Gummibärchen, Wein oder Likör, Honig ist ein vielseitiger Grundstoff.
Dr. Otto Boecking vom Bieneninstitut Celle gab der Fachwelt in seinem Vortrag wertvolle Ratschläge zur Verbesserung der „imkerlichen Betriebsweise“. Er sei der Überzeugung, dass die Imkerei in den nächsten Jahren verbessert werde. „Wir müssen den jungen Imkern Mut machen“, rät der Wissenschaftler.
Der Ansatz für Veränderungen liege im imkerlichen Handeln. Dabei machte er insbesondere auf das Problem der Varroa-Milbe aufmerksam, die immer noch eine große Bedrohung im Überleben der Bienenvölker darstelle. „Unsere Aufgabe als Imkerinnen und Imker ist es, die Varroa-Milbe vor dem 31. Dezember eines jeden Jahres auf das Minimum reduziert zu haben“, so Boecking.
Zwei Milliarden Euro volkswirtschaftlichen Nutzens (beispielsweise durch das Bestäuben von Blüten in Obstplantagen) gingen jährlich in Deutschland von der Honigbiene aus. Im Rahmen des Projekts „Betriebsweisen im Vergleich“ (BiV) des Bieneninstituts vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) ist eine Betriebsweise erarbeitet worden, mit der die Imkerpraxis in Deutschland zukünftig nachhaltig vor erhöhten Völkerverlusten geschützt werden kann. Es werden Module erarbeitet, die unter anderem Tipps zur Jungvolkerstellung und der Varroa-Bekämpfung bereitstellen.
Die zahlreichen Besucher nahmen dieses Problem gelassen: Sie kauften ihren Honig fürs nächste Frühstück.
