OLDENBURG - OLDENBURG - „Vier Bier!“, ruft ein ungeduldiger Stadtfestbesucher von hinten. Jessica Köller (22) öffnet den Zapfhahn und lässt den Gerstensaft gekonnt in die Plastikbecher laufen. Schon wenige Minuten nach der Bestellung hat der Mann die Order vor sich auf dem Tresen stehen: „Bitte schön“, gibt’s von Jessica sogar noch ein Lächeln dazu.

Die Auszubildende ist eine von unzähligen Bier-Zapferinnen und Zapfern, die auf insgesamt rund 100 Getränkeständen für den reibungslosen (Bier-)Nachschub sorgen. Und das war an allen drei tollen Tagen richtige Schwerstarbeit: Ungefähr 75 000 Liter sind durch Zapfanlagen und durstige Kehlen geflossen. „Am Donnerstag waren es bestimmt 400 Liter, die wir ausgeschenkt haben“, berichtet Simon Claussen. Der 21-Jährige war zum ersten Mal als Zapfer dabei. „Nach zehn Stunden merkt man erst richtig, was man geleistet hat“, sagt er.

Aber auch die Führungskräfte packen beim Stadtfest kräftig mit an, wenn es in allen Gassen so richtig brummt. Reinhard Schmiedel stellt sich als stellvertretender Betriebsleiter selbst hinter den Zapfhahn, wenn der Biernachschub für die Gäste ins Stocken gerät. „Wir müssen alle ran, wenn das Stadtfest so richtig in Fahrt kommt“, sagt der 21-Jährige.

Und nebenbei müssen die Tresenkräfte auch noch nett sein und für ordentlich Stimmung sorgen. Kein Wunder also, dass viele Gastronomen während der Stadtfest-Tage Personal auf dem Bierwagen platzieren, das beim Publikum gut ankommt. Das Auge trinkt schließlich mit.

Doch meistens gibt’s für die Gäste außer Getränken nichts zu holen. „Ein nettes Lachen und vielleicht auch mal ein kleiner Flirt, das gehört schon dazu“, sagt eine Zapferin. „Aber mehr auch nicht.“