Oldenburg - Immer mehr Kunden der Volksbank Oldenburg sichern sich günstige Kreditzinsen für den Kauf oder Bau von Immobilien für einen sehr langen Zeitraum – 20 oder gar 30 Jahre. „Dazu raten wird auch“, sagte Vorstand Reinhard Nannemann am Montag bei einem Bilanzgespräch mit seinem Kollegen Matthias Osterhues. Gerade auch jungen Familien biete sich durch das extreme Niedrigzinsniveau die Chance, ihr Vorhaben langfristig abzusichern. Generell sollte es zur individuellen Planung gehören, im eigenen Haus zu wohnen. Aktuell seien Finanzierungen „deutlich unter zwei Prozent“ zu bekommen.

Private Bauvorhaben und Projekte von Betrieben waren auch 2018 der Treiber des Kreditgeschäftes bei der Volksbank Oldenburg, teils in Kooperation mit Verbundpartnern. Bei der Bank selbst wuchs das seit Jahren ständig steigende Kreditvolumen um 3,8 Prozent auf 525 Mio. Euro.

Noch schneller wuchsen die Kundeneinlagen – um 5,7 Prozent. Auf Girokonten sowie als Spar- und Termineinlagen lagen 570 Millionen Euro bereit – eine solide Basis für das eigene Kreditgeschäft.

„Die Kunden halten sehr viel Liquidität“ vor, meinte Matthias Osterhues. Angesichts extrem niedriger Zinsen werde so aber „Rendite verschenkt“. „Unsere Empfehlungen gehen ganz klar zum Fondssparen“, sagte er. Entsprechende, zeitgemäße Produkte böten auch bei niedrigen Zinsen Aussicht auf Ertrag. Je langfristiger man einzahle, desto geringer könne das Risiko werden.

Wie sah die Ertragsseite 2018 aus? Der Zinsüberschuss blieb mit 16,4 (Vorjahr: 16,7) Millionen Euro fast stabil. Der Provisionsüberschuss – etwa aus der Vermittlung von Wertpapieren und Bausparverträgen – wuchs auf 6,0 (5,8) Millionen Euro. Bei leicht rückläufigem Aufwand für Personal und Verwaltung sowie „völlig entspannter Risikolage“ ergab sich ein als „erfreuliches“ Betriebsergebnis vor Bewertung von 7,7 (7,8) Millionen Euro – ein besserer Wert als im Durchschnitt der Weser-Ems-Institute, die alle die Niedrigzinsen spüren.

Die rund 21 250 Mitglieder (Genossen) der Volksbank sollen erneut eine Dividende von sechs Prozent auf ihre Anteile bekommen – insgesamt 440 000 Euro. Die Bank hat 37 500 Kunden, die von 152 Beschäftigten in 13 Geschäftsstellen in Oldenburg sowie den Landkreisen Ammerland, Wesermarsch, Cloppenburg, Vechta und Osnabrück bedient werden. Hinzu kommen sechs SB-Standorte.

Ein großes Projekt in 2018 war für die Volksbank die Inbetriebnahme des „Bürgerwindparks Heinfelde“ gemeinsam mit der Spar- und Darlehnskasse Friesoythe: 419 Bürgerinnen und Bürger sind an den fünf Anlagen beteiligt, die genug Strom für 40 000 Haushalte erzeugen.

Großes Vorhaben 2019 ist der Beginn von Umbauarbeiten in der Oldenburger Zentrale gemäß neuer Anforderungen bei Brandschutz, Klimatisierung und Arbeitswelt.

Zugleich investiert die relativ große Volksbank (Bilanzsumme 728 Millionen Euro) ständig in den Ausbau ihres Digital-Angebotes. „Wohl 80 Services“ stünden mittlerweile zur Verfügung. Angebote wie das kontaktlose Bezahlen kleiner Beträge oder Dienstleistungen über die „VR Banking App“ würden rasant wachsen. Zugleich seien am Filialnetz keine Veränderungen geplant, wurde betont.