Oldenburg - Es wird kräftig investiert in Niedersachsen – und vor allem im Bereich Weser-Ems: Das zeigen die Zahlen zum Fördervolumen der landeseigenen NBank, die am Montag in Oldenburg vorgestellt wurden. So hat sich das Fördervolumen in den Bereichen Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Infrastruktur und Wohnungsmarkt niedersachsenweit um fast 30 Prozent auf 818 Millionen Euro im Jahr 2018 gesteigert.
„Klares Thema“, so der NBank-Vorstandsvorsitzende Michael Kiesewetter, sei der Soziale Wohnungsbau. „Da merkt man schon, dass gerade in den Ballungszentren Druck herrscht.“ Aber auch bei den Förderungen zur energetischen Sanierung gab es eine deutliche Zunahme. Mit 26,6 Millionen Euro waren die dafür vorgesehenen Niedersachsen-Kredite in der Region Weser-Ems „deutlich stärker nachgefragt als in anderen Regionen“, so Stefan Kleinheider, Leiter der Beratungsstelle Oldenburg/Osnabrück.
Aber damit nicht genug: Rund zwei Drittel (267 Millionen Euro) des Gesamtvolumens sind in die Region geflossen. „Insgesamt gab es im Bereich Weser-Ems 3843 Einzelförderungen“, so Kleinheider. Das ist der stärkste Anstieg innerhalb der vier Regionen, zu denen noch Hannover, Braunschweig und Lüneburg gehören.
Die meisten Gelder (100 Millionen Euro) flossen in den Bereich Infrastruktur, zu denen vor allem kommunale Vorhaben zählen, gefolgt von Wirtschaft (87 Millionen), Wohnen (44 Millionen) und Arbeit (36 Millionen). Der Blick auf die Stadt und den Landkreis Oldenburg zeigt: 31,5 Millionen Euro wurden hier in 415 Förderfällen eingesetzt. Hervorzuheben ist hier die Steigerung im Wohnungsbau um 1,8 Millionen auf 11 Millionen Euro.
Aber auch bei der Arbeitsmarktförderung geht es aufwärts: Im vergangenen Jahr wurden allein in Stadt und Landkreis Oldenburg über 404 000 Euro über die Meisterprämie in die Region gesteckt. Zum Vergleich: Niedersachsenweit wurden mehr als 8,8 Millionen Euro über 2195 Meisterprämien verteilt.
Die Förderung der NBank geschieht über Darlehen oder Zuschüsse, für ganz unterschiedliche Vorhaben. So konnten z.B. über die „Einzelbetriebliche Investitionsförderung“ sowohl die Betriebsstätte der Firma „TriOS Mess- und Datentechnik“ in Rastede als auch die der Firma „SPS Fertiggauben“ in Westerstede erweitert werden. „Originäres Ziel ist die Schaffung von Arbeitsplätzen“, so Kleinheider.
Aber auch die Innovationsförderung, von der im vergangenen Jahr auch die Umbratec-System GmbH aus Rastede profitierte, ist ein wichtiges Anliegen der NBank. Und da ist noch Luft nach oben: „Viele sind innovativ, ohne es zu wissen“, ermutigt Kleinheider Firmen aus der Region, sich bei der NBank beraten zu lassen. „Wer eine Idee hat, kann sich gerne bei uns melden.“ Die Innovationsförderung „zielt nicht darauf ab, den nächsten Nobelpreis zu initiieren“, betont er. Vielmehr ginge es darum, „verbesserte oder neue Produkte sowie neue Produktionsverfahren“ möglichst anwendungsnah und niedrigschwellig zu unterstützen.
Hier stellt die NBank beispielsweise auch verschiedene Förderprogramme für Gründerinnen und Gründer zur Verfügung. In Ostfriesland profitierte beispielsweise das Start-up „Ostfriesische Milchkanne“ der Sandomir und Eilers GbrR vom Kleinkredit „MikroSTARTer“.
„Wir sind die förderpolitische Speerspitze der Landesregierung“, so Kiesewetter. Und mit dieser sei man auch im steten Dialog, um die Förderkulisse „stets zu vereinfachen und zu verbessern.“ Hier stets nachzubessern, sei eine der Herausforderungen.
Die NBank fördert aber auch andere Bereiche. So sind etwa Gelder in das Brachflächenrecycling, wie bei der Umwandlung des Geländes des ehemaligen Bundeswehrkrankenhauses in Bad Zwischenahn, oder in die Förderung der touristischen Infrastruktur (Nationalpark-Haus Fedderwardersiel) geflossen.
