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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

EWE und Telekom planen Milliardeninvestition

14.12.2017

Oldenburg /Bonn Die Oldenburger EWE und die Deutsche Telekom (Bonn) kooperieren beim Glasfaserausbau im Nordwesten. In einer bundesweit bislang einmaligen Kooperation wollen sie gemeinsam mehr schnelles Internet insbesondere in ländliche Gebiete bringen. Fragen und Antworten:

Was haben EWE und Telekom vereinbart ?

Die beiden Unternehmen haben am Mittwoch in einer Absichtserklärung vereinbart, das Glasfasernetz im Nordwesten auszubauen und mehr als eine Million Privathaushalte direkt anzuschließen. Dazu soll ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet werden, an dem beide Partner zu jeweils 50 Prozent beteiligt sind. Die Kooperation muss aber noch vom Bundeskartellamt genehmigt werden.

Was planen die beiden Unternehmen konkret?

Konkret wollen EWE und Telekom im EWE-Netzgebiet, das sich über Nordwestniedersachsen, Bremen und das nördliche Nordrhein-Westfalen erstreckt, zusammenarbeiten. Ziel ist es, in den kommenden zehn Jahren mehr als eine Million Privathaushalte in der Region direkt mit Glasfaseranschlüssen (sogenannte FTTH/B-Anschlüsse/Fibre To The Home/Building) zu verbinden, die Geschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit ermöglichen. Der Schwerpunkt soll dabei auf ländlichen Gebieten liegen. Dafür will das Gemeinschaftsunternehmen, das Mitte 2018 an den Start gehen soll, bis zu zwei Milliarden Euro investieren. EWE hatte bereits Ende 2016 angekündigt, eine Milliarde Euro in den Glasfaserausbau zu investieren. Diese fließen nun in das Gemeinschaftsunternehmen, sagte ein EWE-Sprecher.

Warum wollen EWE und Telekom kooperieren?

„Durch die Kooperation können wir den Glasfaserausbau deutlich wirtschaftlicher gestalten“, sagte Telekom-Vorstandschef Tim Höttges am Mittwoch. „Zusammen mit einem starken Partner können wir noch mehr Menschen in unserer Region mit zukunftssicheren Internetanschlüssen ausstatten“, sagte EWE-Marktvorstand Michael Heidkamp. Zusammengefasst: Der Glasfaserausbau ist aufwendig und kostspielig. Durch die Zusammenarbeit soll der Ausbau schneller und effizienter vorangetrieben werden, Risiken sollen verringert und mehr Kunden erreicht werden. Bei der Telekom kommt hinzu, dass der Konzern bei FTTH zuletzt gerade in Großstädten etwas den Anschluss verloren hatte und gegenüber Wettbewerbern, wie Netcologne, Wilhelm.tel oder Vodafone, Kundeneinbußen hinnehmen musste. Um bei Glasfaser Boden gutzumachen, brauchen die Bonner starke Partner.

Soll das Netz für Dritte offen sein?

Ja, das Gemeinschaftsunternehmen will Dritten, wie etwa 1&1 oder Vodafone, die Mitnutzung der Anschlüsse ermöglichen. Die Telekom knüpft das Kooperationsprojekt aber an Bedingungen. Als früherer Monopolist muss der Bonner Konzern bislang Wettbewerber zu Preisen in ihr Netz lassen, die die Bundesnetzagentur vorgibt. Dies will sie ändern. „Entscheidend ist, dass FTTB- und FTTH-Anschlüsse nicht mehr reguliert werden“, betonte Höttges. „Diese Rahmenbedingung ist Prämisse für die Umsetzung des gemeinsamen Projekts und dazu sind wir in Kontakt mit der Bundesnetzagentur.“

Was haben die Kunden von der Kooperation?

Der Nordwesten könnte durch die milliardenschweren Investitionen der beiden Branchenschwergewichte zu den ersten Regionen in Deutschland gehören, in denen superschnelle Glasfaseranschlüsse auch in ländlichen Gebieten in größerem Umfang zur Verfügung stehen. Der Wettbewerb soll dabei aber nicht auf der Strecke bleiben. Sowohl EWE und Telekom als auch andere Anbieter sollen das Netz für den jeweils eigenen Vertrieb nutzen können, hieß es am Mittwoch. Die Verbraucher haben also freie Anbieterwahl. Leistungen für Geschäftskunden wollen EWE und Telekom auch künftig separat anbieten, teilten beide Unternehmen mit.

Jörg Schürmeyer
Redakteur
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2041

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