OLDENBURG/BREMEN/BERLIN/WIESMOOR - OLDENBURG/BREMEN/BERLIN/WIESMOOR - Der Nordwesten habe sich in den vergangenen Jahren erfolgreich im europäischen Wettbewerb aufgestellt und ein neues Miteinander von Regionen, Städten und Institutionen hervorgebracht: „Das muss anerkannt werden“, sagte Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) als Vorsitzender der Konferenz der deutschen Raumordnungsminister, die Bremen/Oldenburg gestern in den national nunmehr elf Mitglieder zählenden Kreis europäischer Metropolregionen aufnahm. Der Begriff Metropolregion sei ein Prädikat, mit dem eine Region nicht nur erfolgreich werben könne: „Es stärkt das Regionalbewusstsein, unterstützt die Ansiedlung von Unternehmen und erleichtert die Verzahnung von Verwaltung und Politik“, so Stolpe.

Auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) schwärmt von den Zukunftschancen. Er sieht „Effekte für den gesamten Nordwesten“, sagte Wulff der NWZ in Wiesmoor. Der neue Verbund sollte sich allerdings nicht auf Bremen und Oldenburg beschränken, „sondern auch angrenzende Regionen einbeziehen“. Im Emsland sollten jedoch „nur nördliche Teile“ dazu gehören, betont Wulff, der die Idee eines gemeinsamen Parlaments zwar ablehnt, aber ein Gremium für „denkbar“ hält, „das über die Mittelvergabe entscheidet“.

Entscheidungsträger der regionalen Politik, Wirtschaft und Verwaltung reagierten mit Freude und Genugtuung auf den Ministerbeschluss. Der Nordwesten habe sich nunmehr „deutlich im Wettbewerb der Regionen positioniert“, betonte der Bremer Bausenator Jens Eckhoff (CDU). Dies bringe für die Zukunft neue Chancen insbesondere für eine Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, für regionales Marketing und Tourismus.

Oldenburgs Oberbürgermeister Dietmar Schütz (SPD) sprach von einer „Stärkung der Region, die nun als Innovationsstandort gemeinsam auftreten kann“. Es sei wichtig, die Kommunen in diesen Prozess einzubeziehen; Oldenburg wolle „dabei Motor sein“.

Der Wilhelmshavener Oberbürgermeister Eberhard Menzel (SPD) wittert „eine neue Chance, den Raum besser aufzustellen“. Bremen und Oldenburg müssten allerdings „immer daran denken, dass die Metropolregion nicht nur aus zwei Namen besteht“.


Über ein „hervorragendes Signal für diese Region“ freute sich der Delmenhorster Oberbürgermeister Carsten Schwettmann (CDU): In der Metropolregion könne sich die Stadt viel besser profilieren: „Aufgrund seiner Lage zwischen Bremen und Oldenburg ist Delmenhorst prädestiniert, eine Vermittlerrolle in der Region zu übernehmen.“

„Jetzt geht die Arbeit erst richtig los“, sagte Ammerland-Landrat Jörg Bensberg als Vorsitzender der Strukturkonferenz Oldenburg. Die Metropolregion müsse nunmehr eine „schlanke und schlagkräftige Organisationsebene finden“ und „vorhandene Strukturen hinterfragen“.

Mit dem „recht exklusiven Titel Metropolregion“ stoße der Nordwesten „in neue Dimensionen“ vor, meinte Dr. Christian A. Fricke, Hauptgeschäftsführer der IHK Oldenburg. Dabei sei es wichtig, starke Partner wie Ostfriesland und das Emsland mit ins Boot zu ziehen.

Emsland-Landrat Hermann Bröring (CDU) ist da noch überaus reserviert. Er sieht die Teilregionen als „Pendant anderer Regionen“ und plädiert für „Wettbewerb unter gleichen Voraussetzungen“. Das Emsland, das „gute Partnerschaft“ zur holländischen Nachbarregion pflege, werde sich der Metropolregion Bremen/Oldenburg wohl nicht direkt anschließen, sich dennoch aber über die „Regionale Innovationsstrategie Weser-Ems“ an Diskussionsprozessen beteiligen.

• Weitere Metropolregionen sind: Hamburg, Berlin/Barndenburg, Rhein-Ruhr, Frankfurt, Stuttgart, München, Sachsen-Dreieck, Hannover-Braunschweig, Göttingen, Nürnberg und Rhein-Neckar.