Oldenburg/Bremen/Emden/Leer/Vechta - Die Stimmung am Arbeitsmarkt im Nordwesten hat sich saisonalbedingt zwar etwas eingetrübt, bleibt aber robust. Im Oldenburger Land und in Ostfriesland waren im Juli 44 917 Menschen ohne Job, das waren 2403 mehr als im Vormonat, aber 1681 weniger als im Vorjahr. Das geht aus den am Mittwoch vorgelegten Zahlen der Agenturen für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven, Emden-Leer und Vechta hervor.

Im Oldenburger Land ergab sich im Monatsvergleich eine Zunahme um 1726 auf 30 499. Im Vergleich zum Vorjahr wurden aber 1269 weniger Arbeitslose gezählt. „Die Arbeitslosenzahl ist im Ferienmonat Juli angewachsen, das liegt vor allem an den Arbeitslosmeldungen von jungen Leuten“, sagte Kristjan Messing, Geschäftsführer und stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven.

Arbeitslosmeldungen nach dem Schulabschluss sowie nach dem Ende der betrieblichen und schulischen Berufsausbildungen würden die Arbeitslosigkeit bei den unter 25-Jährigen vorübergehend nach oben treiben. Hinzu kämen befristet Beschäftigte, deren Vertrag zum Halbjahr endete. „Das ist eine typische saisonale Entwicklung.“

In Ostfriesland waren im Juli 14 418 Arbeitslose gemeldet, 677 mehr als im Vormonat, aber 412 weniger als im Vorjahr. „Der Anstieg im Juli ist nicht ungewöhnlich und schon gar nicht Anlass zur Sorge“, erklärte Roland Dupák, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Emden-Leer. Neben jungen Menschen, die nach Ende der Ausbildung nicht übernommen werden und sich arbeitslos melden, nannte er noch Schulabgänger sowie entlassene Mitarbeiter und befristete Arbeitsverträge, die auslaufen, als Gründe für den Anstieg.

In Niedersachsen waren im Juli 222 448 Frauen und Männer arbeitslos – 4,5 Prozent mehr als im Juni, aber 4,0 Prozent weniger als vor einem Jahr, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mit. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Punkte auf 5,1 Prozent.


Im kleinsten Bundesland Bremen stieg die Quote ebenfalls um 0,2 Punkte auf 10,2 Prozent. 36 803 Männer und Frauen waren dort im Juli arbeitslos gemeldet. Das waren 2,1 Prozent mehr als im Juni und 3,5 Prozent mehr als vor einem Jahr.

„Der Ferien-Effekt zeigt sich, wenn junge Leute ihre Schule oder Ausbildung abschließen und sich einige Wochen arbeitslos melden, bis zum Beispiel der erste Arbeitsvertrag oder ein Studium ansteht“, sagte Bärbel Höltzen-Schoh, Chefin der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen. Dieser Anstieg der Arbeitslosenzahl sei aber vorübergehend. Auch Zeitverträge liefen oft zur Urlaubszeit aus. Betriebe verlegten Neueinstellungen auf die Zeit nach den Ferien.

Regional betrachtet bleibt die Lage auf dem Arbeitsmarkt vor allem im Westen des Landes gut. Besonders niedrige Arbeitslosenquoten haben das Emsland (2,5 Prozent), die Grafschaft Bentheim (2,6) sowie die Kreise Osnabrück (3,0), Oldenburg (3,2) und Vechta (3,5).

Schlechter als im Landesschnitt sieht es dagegen unter anderem in den Städten Wilhelmshaven (10,7 Prozent) und Delmenhorst (9,8) sowie im Kreis Lüchow-Dannenberg (7,5) und in der Stadt Salzgitter (8,8) aus.

Sabrina Wendt
Sabrina Wendt Thementeam Wirtschaft