OLDENBURG/BUTJADINGEN - Das Oberlandesgericht Oldenburg (OLG) hat im Rechtsstreit um die fristlose Entlassung von Butjadingens Tourismus-Geschäftsführer Johannes Cassens (53) jetzt einen Termin für eine mündliche Berufungsverhandlung festgelegt: Donnerstag, 25. Februar, vor dem 1. Zivilsenat des OLG.

Nach Angaben der Pressesprecherin, Richterin Dr. Antje Jaspert, ist es sehr unwahrscheinlich, dass dann schon ein Urteil gesprochen wird. Der Senat werde am 25. Februar aber sagen, wie er den Fall sieht und werde die Probleme erörtern. Vielleicht werde der Senat – wie stets bei solchen mündlichen Verhandlungen – versuchen, einen Vergleich herzustellen.

Fest steht mit dieser Terminierung einer mündlichen Verhandlung aber bereits, so die Pressesprecherin, dass die Berufung nicht einfach per Beschluss zurückgewiesen wird. Es wird zunächst verhandelt. Ergebnis: offen.

Ein Scheitern der Berufung ohne vorherige mündliche Verhandlung hatten manche Beobachter nach der Niederlage der Butjadinger Tourismusgesellschaften vor dem Landgericht Oldenburg am 10. September erwartet. Dagegen hatte der Anwalt der Tourismusgesellschaften mit einer Verhandlung eventuell im Januar gerechnet.

Das Landgericht hatte am 10. September völlig überraschend entschieden, dass drei der vier seit Januar vom Aufsichtsratsvorsitzenden Lutz Timmermann (FDP) ausgesprochenen fristlosen Kündigungen aus formellen Gründen unwirksam sind. Die vierte, am 5. September zugestellte Kündigung sei ähnlich zu beurteilen.


Alle Kündigungen hätten laut Landgericht ausgesprochen werden müssen von der Gesellschafterversammlung, also von Bürgermeister Rolf Blumenberg (parteilos), und nicht vom Aufsichtsrat.

Im Oktober hatten daraufhin die Tourismusgesellschaften Berufung vor dem OLG eingelegt.

„Aus unserer Sicht ist erfreulich, dass das Oberlandesgericht willens ist, sich mit der Angelegenheit zu beschäftigen“, sagte Bürgermeister Rolf Blumenberg (parteilos) Montag auf Anfrage der NWZ . Weitere Kommentierungen wolle er aber nicht abgeben. Auf die Nachfrage, ob Gespräche mit Cassens über eine gütliche Einigung inzwischen laufen oder angestrebt werden, sagte der Bürgermeister: „Aktuell nicht, aber wir stehen dem offen gegenüber.“

Johannes Cassens wollte an Montag zu der aktuellen Entwicklung keine Stellung nehmen.

Aufsichtsratsvorsitzender Timmermann zur Nachricht vom OLG: „Davon ist mir schriftlich nichts bekannt. Ich stufe diese Mitteilung als erfreulich ein.“