Oldenburg - China ist systematisch bestrebt, global eine Führungsrolle einzunehmen. Und das könnte Folgen auch für Mittelständler im Nordwesten haben. Das wurde bei einem Vortrag deutlich, den Jens Hildebrandt, Delegierter der Deutschen Wirtschaft in China, beim Exportleiterkreis der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) hielt. Das Gremium wird von Malte Smolna (Cetex Rheinfaser/Ganderkesee) geleitet.
„Unter dem Motto Made in China 2025 will das Land in zehn Schwerpunktindustrien mittelfristig eine Technologieführerschaft erreichen“, sagte Hildebrandt. „Vom Maschinenbau über die Energieversorgung, Robotik, maritime Zuliefertechnik oder Luft- und Raumfahrt sind viele Branchen betroffen, für die bislang noch Made in Germany steht“, betonte er. Es sei „wichtig für deutsche Unternehmen, die strategische Ausrichtung Chinas zu kennen, um die künftige Wettbewerbsposition und Betroffenheit erkennen zu können“, mahnte der China-Fachmann. Klar sei: „Wenn Made in China 2025 wie geplant umgesetzt wird, wird das eine echte Herausforderung für viele deutsche Unternehmen.“
Exportleiter-Chef Smolna berichtete von zurzeit gut gefüllten Auftragsbüchern im Außenhandel aus der Region heraus. Der Ausblick bleibe „trotz aller internationalen Turbulenzen weiterhin positiv“. Manche Mittelständler berichteten von zunehmendem Protektionismus.
