Navigation überspringen
nordwest-zeitung

Seuche Die Schweinepest und ihre Folgen

Lennart Stock Hermann Gerdes

Oldenburg/Damme/Berlin - Sie kursiert schon länger in Polen, nun ist auch Deutschland betroffen: Die für Menschen ungefährliche Afrikanische Schweinepest (ASP) wurde erstmals bei einem toten Wildschwein in Brandenburg nahe der Grenze zu Polen nachgewiesen, wie Bundes­agrarministerin Julia Klöckner (CDU) am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Auch bei Schweinebauern in Niedersachsen wächst nun die Sorge vor wirtschaftlichen Auswirkungen – denn mit der ASP verliert Deutschland den Status als „seuchenfrei“. Nun können Exportstopps für Schweinefleisch ins Nicht-EU-Ausland drohen.

„Ein ASP-infiziertes Wildschwein in Deutschland hat grundsätzlich Folgen für alle Schweinebauern in ganz Deutschland“, sagte der Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands, Torsten Staack, aus Damme (Landkreis Vechta). Wie stark die wirtschaftlichen Folgen ausfielen, hänge maßgeblich davon ab, inwieweit Märkte geöffnet bleiben würden. „In Europa ist das klar der Fall. Bislang ist aber noch unklar, wie sich Abnehmer in Drittlandsmärkten – also insbesondere China – verhalten“, sagte Staack.

Andere Absatzkanäle

Zwar sei der wichtigste Absatzmark für Schweinefleisch der deutsche Markt, betonte Staack. Es gebe aber auch wichtige Absatzmärkte in Drittländern, etwa in Asien. „Würde deutsches Fleisch für Asien gesperrt werden, könnten entsprechende Mengen nicht dorthin abfließen und hierfür müssten natürlich andere Absatzkanäle erschlossen werden. Das würde dann im Inland mit Sicherheit zu Preisdruck führen“, sagte Staack. Preisturbulenzen für die Schlachtbetriebe könnten die Folge sein. Bedingt durch die Corona-Krise und die hohen Sicherheitsmaßnahmen könnten viele Betriebe „ohnehin nur mit angezogener Handbremse“ produzieren. Schon jetzt gebe es ein leichtes Überangebot an lebenden Schweinen.

Die Schweinezüchter fordern nun, den Fokus auf die Eindämmung der Schweinepest zu legen. Mit Krisenplänen und Übungen habe man sich in den vergangenen Jahren auf den Krisenfall einstellen können. „Da fängt man jetzt nicht bei Null an“, sagte Staack. „Wir haben den Eindruck, dass wir in Deutschland daher gut aufgestellt sind.“


Milliardenschaden droht

Nach Meinung von Dr. Albert Hortmann-Scholten, Marktexperte der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (Oldenburg), könnte auf Deutschland durch diesen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest ein volkswirtschaftlicher Schaden im zweistelligen Milliardenbereich zukommen. „Selbst, wenn nur die Wildschweinepopulation betroffen ist, wäre der wirtschaftliche Schaden immens“, sagte der Experte Hortmann-Scholten.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Im November 2023 brannten auf dem Parkplatz an der Kirchstraße/Pottbackerslohne in Norden in der Nacht vier Autos aus.

FAMILIÄRE STREITIGKEITEN ALS MOTIV Polizei gelingt Ermittlungserfolg im Fall der Autobrände in Norden

Aike Sebastian Ruhr
Norden
Kolumne
Werbung an der Kröpke-Uhr fürs Europa-Fest in Hannover: Musiker der Band Brazzo Brazzone und Walking-Act „Miss Europa“

EUROPA-FEST IN HANNOVER Das Motto der Ministerin: Erst feiern, dann wählen

Stefan Idel Büro Hannover
Mit Bildergalerie
Die Garage in Schierbrok war nicht mehr zu retten.

FEUERWEHREINSATZ IN GANDERKESEE Garagenbrand in Schierbrok – eine Person verletzt

Annika Schmidt
Schierbrok
Nach Zündung der beiden Sprenglandungen sackte der Kran zusammen und fiel wie geplant zu Boden.

RHENUS MIDGARD Kran im Nordenhamer Hafen gesprengt

Nordenham
Zieleinlauf beim Matjeslauf in Emden 2023

VOLKSLÄUFE IM NORDWESTEN IM JUNI – TEIL 1 Von 5 Kilometer bis 6 Stunden – Elf Startgelegenheiten bis zu den Sommerferien

Mathias Freese
Nordwesten