Oldenburg/Damme - „Die Preise müssten angesichts der steigenden Produktionskosten weiter ansteigen“. So sieht es die Interessengemeinschaft der Schweinehalter (ISN) mit Sitz in Damme (Kreis Vechta).
Aber so war es in den letzten Wochen nicht: Höhere Preise gab es nur, wenn am Markt Mangel herrschte.
Nun wird ganz klar erwartet: Im nächsten Monat dürften die Rinder- und Schweineschlachtpreise zu neuen Rekorden klettern. Schlachter von Steinemann (Steinfeld) bis zu Goldschmaus (Garrel) mit einem Rinderschlachthof in Oldenburg überbieten sich geradezu, wenn es um Jungbullen geht: 5,90 Euro je Kilogramm werden schon jetzt gezahlt. Zum Vergleich: 3,29 Euro/kg waren es im Sommer 2020.
Und die Schweine? In der vergangenen Woche wurden 734 948 Stück geschlachtet. Vor einem Jahr waren es „im Schweinestau“ 855 955, davor oft noch einmal 100 000 mehr. Das Borstenvieh ist Mangelware: Die aktuelle Notierung lautet auf 1,92 Euro/kg. Zum Vergleich: 1,20 Euro/kg waren es Mitte Februar. Die Ferkelpreise kletterten von 20 auf 60 Euro. Schlachtsauen legten von 55 Cent auf 1,20 Euro/kg zu. „Und es werden noch weniger Schweine“, meint Bernd Terhalle von der Erzeugergemeinschaft in Lorup. „Der Bremsweg ist lang“. Es dauert fast ein Jahr nach der Besamung der Sau bis zum Schlachtschwein. Und die Schweinebesamung Weser-Ems (Bethen) verkaufte 2021 1,4 statt 1,7 Million Portionen.
Ähnliches Bild beim Rindvieh: Mastkälber werden schon für sechs Euro/kg verkauft, Schlachtkühe kosten mit 4,90 Euro/kg doppelt so viel wie im letzten Winter. Milchkühe werden nicht verkauft, wenn der Milchpreis (wie zuletzt) steigt. Färsen sind bei Auktionen heiß begehrt.
Zur Einordnung muss man wissen: Zwei Jahre machten insbesondere die Schweinemäster und -züchter erhebliche Verluste. Viele gaben auf.
