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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

EWE spürt raue Zeiten an den Märkten

30.08.2017

Oldenburg Gewinneinbruch beim Oldenburger Versorger EWE: Am Ende des ersten Halbjahres blieben unter dem Strich 70,5 Prozent weniger übrig als vor einem Jahr – nämlich 113,9 Millionen Euro nach 385,9 Millionen Euro vor einem Jahr.

Dies kam allerdings nicht unerwartet. Die EWE lieferte für das Periodenergebnis mit den Halbjahreszahlen eine Erklärung: Vor einem Jahr hatte der Verkauf der EWE-Anteile am früheren Partner VNG (Leipzig) einen Millionenbetrag in die Kasse gespült und den Gewinn hochgetrieben. Einen solchen Sondereffekt, wohl im dreistelligen Millionenbereich, gab es 2017 nicht.

Aber auch die laufenden Geschäfte sind nicht einfacher geworden. Der EWE-Vorstand sprach in einer Mitteilung von „schwierigen Rahmenbedingungen auf den Energie- und Telekommunikationsmärkten“. Dort tobt der Preiskampf. Der Gewinn aus dem täglichen Geschäft („operatives Ebit“) sank – auch wegen entfallener Einmaleffekte – um 11,9 Prozent auf 333,4 Millionen Euro. Auch für das Gesamtjahr wird ein niedriges operatives Ebit erwartet. Dies war bereits mit einem Bericht für 2016 angekündigt worden.

Immerhin: Der Umsatz stieg bis Juni um 4,7 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Damit hat EWE sich nach eigener Einschätzung im Branchenumfeld „behauptet“.

Die EWE investiert hohe Beträge in die Zukunft. Im ersten Halbjahr waren es 219,7 (196,1) Millionen Euro. Diesen Anstieg erklärte der Vorstand mit der Beteiligung am Offshore-Windpark Borkum II, dem bereits dritten Seewindpark, den EWE mit unterschiedlichen Partnern errichtet. Zudem wird der verstärkte Ausbau der Glasfaseranschlüsse bis in Wohnungen und Häuser hinein betont. Man schaffe so eine „eigene, nachhaltige Infrastruktur“ und lege „den Grundstein für die Digitalisierung im Nordwesten“, sagte Marktvorstand Michael Heidkamp. In den nächsten Jahren werde EWE insgesamt 1,2 Milliarden Euro in den großflächigen Glasfaserausbau investieren.

Die EWE ist überwiegend im Besitz von Städten und Landkreisen im Nordwesten. Die vergangenen Monate waren für das Unternehmen turbulent. Im Februar entließ der Aufsichtsrat den bisherigen Vorstandschef Matthias Brückmann wegen des Vorwurfs grober Verfehlungen. Noch zwei weitere Vorstandsmitglieder gingen aus verschiedenen Gründen bzw. mussten gehen. Zurzeit wird das Unternehmen vom gesetzlich vorgegebenen Minimum von zwei Managern geführt: Wolfgang Mücher (Finanzen) und Michael Heidkamp (Markt). Die Suche nach neuem Spitzenpersonal, auch nach einem neuen Vorstandsvorsitzenden, läuft.

Aufmerksam schaut man bei EWE in die Türkei, in der der Verfall der Lira die Erträge drückt. Der operative Gewinn (Ebit) dieser Auslandssparte (Türkei und Polen) sank nur minimal auf 23,6 (24) Millionen Euro. „Gleichwohl sehen und spüren wir die höheren Risiken unseres Engagements“, hieß es. Man beo­bachte die Entwicklung „intensiv und in sehr enger Abstimmung mit unseren kommunalen Anteilseignern“. Was das exakt bedeuten könnte, blieb offen. Das Türkei-Geschäft der EWE wie auch anderer Firmen ist wegen der Politik der Regierung dort umstritten. Investitionen dort werden jetzt ohne neue Mittel aus Oldenburg gestemmt.

Rüdiger zu Klampen
Redaktionsleitung
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2040

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