• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Trend In Der Innenstadt: Warum Essen und Shoppen in Oldenburg groß in Mode sind

02.08.2017

Oldenburg /Düsseldorf Was tun gegen die wachsende Online-Konkurrenz? Modehändler in den Innenstädten setzen zunehmend auf eine neue Wunderwaffe: Gastronomie. Immer häufiger locken Textilgeschäfte nicht nur mit den neuesten Kollektionen, sondern bieten ihren Kunden gleichzeitig schmackhafte Gerichte und edle Getränke. Ein Modehaus leistet sich sogar ein Zwei-Sterne-Restaurant unter seinem Dach.

„Essen ist in Mode“, urteilte das Fachblatt „Textilwirtschaft“. „Die Gastronomie-Offensive ist eine starke Reaktion auf den Online-Handel. So etwas kann die Konkurrenz aus dem Internet nicht bieten. Es zieht die Leute ins Geschäft“, erklärt der Marketing-Experte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU den Trend.

Ein Vorreiter ist die Kette Breuninger, die in ihren Filialen in Düsseldorf und Stuttgart nicht nur Mode präsentiert, sondern auch mit den einzigen Festland-Filialen der Sylter Kultkneipe „Sansibar“ aufwartet. In Düsseldorf reichen zwei Schritte, um von der Damenabteilung in das Restaurant zu wechseln, wo die Currywurst mit „Sansibar“-Sauce für 12 Euro ebenso zu haben ist wie Sylter-Royal-Austern für 16 Euro oder das 850-Gramm-Porterhouse-Steak für 78 Euro.

„Die Gastronomie ist ein unheimlich wichtiger Bestandteil unseres Geschäftsmodells. Sie trägt zur Atmosphäre, zur Aufenthaltsqualität, zum Erleben beim Einkaufen bei“, sagt ein Breuninger-Sprecher zur Restaurant-Strategie der Kette.

Noch höher hinaus geht der kulinarische Ehrgeiz im Mannheimer Modehaus Engelhorn. Dessen Gastronomie-Angebot umfasst unter anderem den Gourmet-Tempel „Opus V“, der mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet ist. „Wir wollen den Menschen gerade wegen des wachsenden E-Commerce Anlässe geben, in die Stadt zu kommen“, erklärt Engelhorn-Miteigentümer Andreas Hilgenstock.

Die beste Antwort auf die dramatischen Veränderungen durch den Siegeszug von Amazon und Co. sei es, den Kunden Erlebnisse zu bieten. „Man kann halt nicht essen im Internet, nicht riechen und nicht schmecken.“

Auch in Oldenburg voll im Trend

Auch im Nordwesten gibt es Modehändler, die das Konzept umsetzen. Im „Kaffee & Kleid“ in der Oldenburger Kurwickstraße bietet Nicole Lakner neben Frauenmode auch Kaffee und Kuchen an.

Ihr sei schon bei der Eröffnung des Geschäftes im Jahr 2010 wichtig gewesen, zwei Läden in einem zu betreiben. „Das Café schafft eine besondere Atmosphäre“, sagt Nicole Lakner. Den Kundinnen gefällt es, hier entspannt einen Kaffee zu trinken oder Kuchen zu essen und gleichzeitig Mode entdecken zu können.

So habe sich Lakner einen großen Kreis Stammkundinnen aufbauen können, die regelmäßig vorbeikommen. „Das ergibt sich durch das Konzept. Mode und Kaffee bereichern sich gegenseitig“, erklärt die Unternehmerin.

Im Modehaus Leffers in Oldenburg gibt es sogar ein vollwertiges Restaurant. „Im ’Schmitz im Leffers’ können Kunden entspannt Kaffee trinken aber auch richtige Mahlzeiten zu sich nehmen“, sagt Betreiber Michael Schmitz. Noch werde das Restaurant nur zu den Öffnungszeiten des Modehauses betrieben. „Das soll sich aber ändern“, verrät er. Im Herbst will der Gastronom an ausgewählten Tagen in der Woche sein Restaurant auch am Abend öffnen.

Als reiner „Kundenfänger“ sei das Schmitz im Leffers nie konzipiert worden. „Ich bin hier vor dreieinhalb Jahren mit der Absicht reingegangen, ein vollwertiges Restaurant zu betreiben“, sagt Schmitz. Beide Seiten würden voneinander profitieren. „Die Kunden wollen heute nicht einfach nur einkaufen. Denen geht es darum, etwas zu erleben“, erklärt er weiter.

Deshalb werde im eigentlichen Modegeschäft auch Gin verkauft. „Das ist ein Zusatzsortiment und lockert das Angebot auf, der Kunde kann etwas entdecken“, sagt Schmitz.

Ein Allheilmittel für die Probleme des Modehandels sei die Gastronomie aber nicht, mahnt der Geschäftsführer der Handelsberatung BBE, Joachim Stumpf. Denn eine erfolgreiche Umsetzung sei alles andere als einfach. „Rein wirtschaftlich rechnet sich ein Gastronomie-Angebot für den Modehandel in den seltensten Fällen“, meint er. Doch könne es sich bezahlt machen, wenn es dafür sorgt, dass Kunden öfter wiederkommen und mehr einkaufen. Stumpf ist überzeugt: „Die Zahl solcher Angebote wird in Zukunft wahrscheinlich noch steigen.“

Wolfgang Alexander Meyer Redakteur / Redaktion Oldenburg/Westerstede
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2611
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.