OLDENBURG - Die gute Nachricht vorneweg: „Die Risse in den Wänden des Schlosses haben sich seit 2007 um keinen Millimeter verändert, weisen bis in die kleinsten Verästelungen dasselbe Bild auf wie beim Bestandssicherungsverfahren vor zwei Jahren.“ Mit diesen Worten beendete der Bausachverständige Philip J. Holst vorerst die neue Diskussion um die problematische Nähe zwischen der Baustelle des ECE-Einkaufcenters und dem Schloss.

Wie berichtet, waren die Bauexperten vor einigen Tagen durch Hinweise auf neue Rissbildungen aufgeschreckt worden. Darum hatten sich Holst (Autor des Beweissicherungsgutachtens am Schloss vor Baubeginn), Vertreter des Staatlichen Baumanagements, der Stadt und der ECE noch einmal intensiv mit der Standsicherheit des denkmalgeschützten Gebäudes befasst. Ergebnis: Alles in Ordnung.

Wobei dieses „Alles in Ordnung“ relativ ist, das weiß auch Holst. Rund 6000 Risse hat der Sachverständige vor dem Start der Arbeiten im und am Schloss dokumentiert – „sämtlich älteren Datums, zum großen Teil entstanden während des Baus des Hallenbades.“

Die Fehler, die Ende der 50er Jahre gemacht wurden, sollen diesmal „keinesfalls wiederholt werden“, betonte Architekt David Philipp vom ECE-Projektmanagement. Damals habe man gerade bei der Grundwasserabsenkung (besonders heikel für die Standfestigkeit der umgebenden Gebäude) „zu gröberen Maßnahmen“ (so Holst) gegriffen und einfach mit Wasserpumpen gearbeitet. Jetzt werde die Baugrube dagegen komplett ummantelt, „einem Trockendock ähnlich, das gelenzt wird“, sagte Philipp.

Überhaupt seien die Auflagen für die Baustelle in Oldenburg so „streng, teuer und aufwendig“ wie an kaum einem anderen Ort. Höhen-, Erschütterungs-, Neigungs- und andere Messungen hätten vorab an den Nachbarbauten erledigt werden müssen, „und nach jedem außergewöhnlichen Ereignis am Bau werden Kontrollmessungen vorgenommen“, so Philipp.


„Ich kann aber versprechen, da wird es nichts geben“, meinte Oberbauleiter Detlev Scheele. „Außerhalb der Baustelle ist keine Erschütterung zu bemerken.“ Und wenn doch etwas passiert? „Wir können darauf reagieren, aber das wird nicht nötig sein“, ist Philipp sicher.