OLDENBURG - Treffpunkt der Ehemaligen war Oldenburg. Aus ganz Deutschland und sogar aus Übersee reisten die Teilnehmer an.
Bundesbahn
Das ist wahrer Familienzusammenhalt: Für seinen Cousin Willi Willms, der nach der Schlosserlehre beim Bundesbahn-Ausbesserungswerk Oldenburg (Karlstraße) mit Mutter und Schwester nach New York ausgewandert war, hat Werner Kindervater ein Ehemaligentreffen organisiert. Mit Hilfe der NWZ gelang es dem Oldenburger, alle früheren Arbeitskollegen, die mit seinem Verwandten in den Jahren 1959 bis 1962 ausgebildet wurden, zu finden. Für Willi Willms, der in der vergangenen Woche aus New York angereist war, sollte das Treffen ein Überraschungsgeschenk sein. „Und es kam nicht nur bei ihm gut an“, freut sich Werner Kindervater.
Er selber war selbstverständlich mit dabei, als sich die Herrenrunde am vergangenen Freitagabend im Ratskeller versammelte. „Die Wiedersehensfreude war riesig“, berichtet er, „Das ist auch eine ganz tolle Truppe“, urteilt der Oldenburger, der selber nie bei der Bahn, sondern bis zum Ruhestand als Verwaltungsangestellter bei der Deutschen Rentenversicherung tätig war.
Gern wäre auch Erich Rancke beim Treffen mit dabei gewesen. Er gab den Auszubildenden damals den theoretischen Berufsschulunterricht und war später Chef des Bundesbahn-Ausbildungswerkes Oldenburg. „Doch er musste aus gesundheitlichen Gründen leider absagen“, so Werner Kindervater. Nicht kommen konnten auch zwei ehemaligen Arbeitskollegen. „Einer lebt jetzt in Italien, der andere in Kanada.“
Beim Treffen wurde ausgiebig in Erinnerungen geschwelgt (dabei half auch eine Bierzeitung, die 1962 zum Abschluss der Lehre erstellt worden war) und darüber gesprochen, was in den Jahrzehnten nach der Ausbildung so alles passiert ist.
Alle zwei Jahre wollen sich die Ehemaligen nun wiedersehen. Und „Nicht-Eisenbahner“ Werner Kindervater darf dann auch stets dabei sein. „Wir waren uns ja alle sehr sympathisch.“ Sein Cousin, reist am Mittwoch wieder nach New York ab – mit vielen neuen Erinnerungen im Gepäck.
Volksschule Blumenstraße
Vor 50 Jahren verließen sie die damalige Volksschule Blumenstraße, vor 30 Jahren hatten sie ihr einziges Klassentreffen – am vergangenen Freitag gab es für die Ehemaligen endlich ein zweites Wiedersehen. Bodo Meyer hatte sich die Arbeit gemacht, das Klasentreffen zu organisieren. „Es war gar nicht so einfach, alle Adressen zu finden“, erzählt er. Im Landhaus Friedrichsfehn versammelte sich die Gruppe an der Kaffeetafel. Danach ging es auf Stadtrundfahrt durch Oldenburg und man kehrte in das Restaurant „Schöne Aussichten“ ein.
Der Organisator hatte eine Präsentation von alten Bildern vorbereitet. Angesichts der Fotos von damals kamen viele Erinnerungen wieder hoch – zum Beispiel an die Ausflüge in den Harz und nach Wangerooge. Auch ein Artikel der NWZ von der Entlassungsfeier am 20. März 1959 sorgte für reichlich Gesprächsstoff. Zum Schluss stand fest: Alle drei Jahre soll es ab sofort ein Treffen geben.
bfe-Zentrum
Im Jahr 1971 wurden sie unter der Bezeichnung 11/71 als Lehrgang für Meisterschüler am bfe-Zentrum Donnerschweer Straße eingetragen. Ein Jahr lang lernten sie gemeinsam, um die Bundesfachanstalt schließlich als Elektroinstallateur-Meister zu verlassen. Klassensprecher Rudolf Hashagen, der sein Unternehmen in Bremen-Lesum hat, ist es zu verdanken, dass sich die Ehemaligen seit der gemeinsamen Zeit in Oldenburg jedes Jahr im März treffen. So auch jetzt wieder. Aus ganz Deutschland kamen die Mitschüler für ein verlängertes Wochenende zusammen, das traditionell mit einem zünftigen Grünkohlessen in Hundsmühlen endete.
