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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Süßigkeiten auf den Schienen

26.06.2018

Oldenburg Erlebnisse, die ich mit der Deutschen Bahn in Verbindung bringe, sind nicht n u r stressig und zeitaufwendig. So manches gefühlvolle Erlebnis verdanke ich speziell solchen Momenten während einer Bahnfahrt, auf der alles zu eskalieren scheint, Platzmangel die Laune verdirbt und eben alles im Argen ist.

Wo die wirklich tollsten Momente und bedeutende Gefühl im Leben zu finden sind, das kann man im Voraus überhaupt nicht sagen. Es passiert einfach dort wo man es am wenigsten erwartet.

Ich erzähle einfach mal meine Geschichte, die ich vor ein paar Jahren schon erlebte, auf einer Bahnfahrt natürlich.

Es gibt so schöne Situationen im Leben…..

und natürlich erlebt man sie im ganz normalen Alltag, einfach so, nicht inszeniert und nicht herbeigedacht, sie sind einfach auf einmal da und setzen Gefühle frei, die angenehm in Erinnerung bleiben.

Auf einer kleinen Ausflugstour nach Bremen wollten wir an diesen Tag auf das Auto verzichten und fuhren mit der Bahn, die an Wochenenden ihr 35-DM – Ticket verkauft und somit wesentlich günstiger als alle anderen Verkehrsmittel zu verzeichnen ist.

Ab Oldenburg in Richtung Bremen ging es dann richtig zur Sache. Fast alle Plätze waren belegt und in den Gängen liefen kleinere und größere Kinder hin und her. Kinderwagen standen mitten im Gang und wir sahen uns fragend nach einem Sitzplatz um, denn bis Bremen ist es doch eine ganze Strecke, wenn man da stehen muss, na ja, ich weiß nicht, aber ich hätte schon lieber gesessen.

Na endlich, ganz am Ende eines Abteils, direkt an einer automatischen Schiebetür fanden wir im wahren Sinne des Wortes noch ein Plätzchen, aber es reichte. Abgesehen davon, dass ich immer wieder meine Beine einziehen musste, wenn jemand durch die Tür ging, war es direkt erquickend einen Sitzplatz erhascht zu haben.

Man muss wissen, jedes Mal, wenn sich die Tür automatisch öffnete, war zwischen meinem Sitz und der zusammengefalteten Tür ganz wenig Platz für meine Beine. Die Plätze waren auch wohl mehr als Notzsitze gedacht.

Für die Fahrt hatte ich mir eine ganze Tüte mit sehr sauren Bonbons eingesteckt und kaute schon jetzt, während der Zug noch nicht mal angefahren war, genüsslich darauf herum. Überall liefen die Kinder rum und so war es wohl nicht erstaunlich, wenn auf einmal zwei kleine Jungen vor mir standen und die Hand aufhielten. Der eine so 1 ½ und der andere vielleicht 2 Jahre, älter waren die beiden auf keinen Fall und einer von ihnen zog während er die Hand ausstreckte schnell seinen Schnuller aus dem Mund.

Ich begann meine Tüte aus der Tasche zu ziehen und gab den beiden einen Bonbon, wohl wissend dass sie sehr sauer waren und sie sicherlich keine Begeisterungsstürme hervorrufen würden, aber was sollte ich machen, ich konnte sie doch nicht so stehenlassen. Mein Mann sagte noch irgendwas von zu sauer für Kinder, aber das sah ich denn schon auch selber, denn wie die beiden ihr Gesicht verzogen und dennoch emsig weiter kauten, verriet „die Geschmacksrichtung“ der Bonbons schon sehr konkret.

Na ja, dachte ich, als sie sich entfernten, die habe ich wohl enttäuscht und sie kommen bestimmt nicht wieder.

Aber, weit gefehlt, kurz danach standen sie wieder mit ausgestreckten Händen vor mir:“Bonbon?“ Ich lachte und gab ihnen wieder welche. So lange der Vorrat reichte. Und als die Bonbons alle waren hatte ich die beiden bald auf dem Schoß, auf jedem Knie einen kleinen Jungen, die in ihrer sprachlichen Entwicklung noch nicht sehr weit waren, nicht sehr weit sein konnten in dem Alter.

Ich erklärte ihnen die vorbeihuschenden Bäume, Wiesen und Bäche und war gleichzeitig damit beschäftigt die Knie einzuziehen, wenn die Tür aufging, ...und sie ging oft auf.

Die Kleinen schmiegten sich immer fester an mich und gingen gar nicht wieder weg. Ich spürte ihre kleinen warmen Körper durch meine Kleider und fühlte mich einfach gut, fühlte wie die Blicke aus ihren kleinen Gesichtchen meine Seele berührten und war richtig froh, dass sie bei mir blieben, bis Bremen, dann ging’s natürlich wieder zu ihren Müttern, die wohl ganz froh waren, dass die kleinen Rabauken eine Zeit lang gut aufgehoben gewesen waren.

Als ich auf der Straße auf meine Hose sah, war sie nicht ganz sauber geblieben, denn irgendwelche Schokoladenkrümel müssen sie mir wohl zurückgelassen haben, aber das machte nichts, die Hose konnte man ja waschen, aber das Erlebnis mit den „Beiden“ , das konnte man nicht so einfach wiederbekommen.

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