OLDENBURG - Heinrich Bölls Romanfigur Tante Milla hätte ihre helle Freude an Haus sieben auf dem Maco-Gelände an der Emsstraße gehabt: Weihnachtsschmuck so weit das Auge reicht, Tannenbäume, Spieluhren, amerikanische Weihnachtslieder, Weihnachtsdekorationen, Kerzen, Plastikbäume, Tannenbaumschmuck, Lichterketten, Keksdosen und Kostüme – in Haus sieben gibt’s alles für die Lieben.

Doch anders als bei Bölls Tante Milla, die jeden Tag Weihnachten feiern möchte, ist das Weihnachtsgeschäft bei Maco auf die letzten drei Monate des Jahres beschränkt. „Am 6. Oktober haben wir den Weihnachtsmarkt eröffnet“, sagt Marion Brandes von der Werbeagentur Rabe. Der Andrang und das Interesse waren insbesondere am verkaufsoffenen Sonntag groß, weiß sie. Auch jetzt herrscht reges Interesse an Rentier Rudolf (das mit der roten Nase), Nikolaus, Weihnachtsmann und Co.

Vor drei Jahren kam Maco-Teamleiter Rolf Immens die Idee, einen Weihnachtsmarkt aufzubauen. In diesem Jahr durfte er sich seinen Traum erfüllen, suchte auf der Weihnachtsmesse bereits im Januar die Produkte aus, die er im Herbst verkaufen wollte und besprach im Juni/Juli das Konzept mit seinen Mitarbeitern. Vom Erfolg ist er überzeugt: „Das läuft gut an“, meint der 44-Jährige.

Doch nicht nur Maco stellt sich frühzeitig auf die Weihnachtszeit ein. Auch in manchen Baumärkten füllen sich die Regale Ende September/ Anfang Oktober mit Weihnachtsschmuck. In den Happy Shop-Kiosken gab es Spekulatius sogar schon Anfang September zu kaufen, die Verbrauchermärkte hatten Lebkuchen, Pfeffernüsse, Adventskalender und Schokoladenweihnachtsmänner bereits im Sortiment, als die Menschen in den Karussells auf dem Kramermarkt noch ihre Runden drehten.

Eine Umkehr des Trends ist nicht in Sicht – gefärbte Ostereier gibt es schließlich auch ganzjährig zu kaufen.