Oldenburg/Elsfleth - Eine Sonderkommission der Polizei soll jetzt den Wirtschaftskrimi rund um das Segelschulschiff „Gorch Fock“ und die Elsflether Werft aufklären. Die neue Soko „Wasser“ tritt an die Stelle der bisherigen Ermittlungsgruppe „Wasser“, um mit „erheblich mehr Personal“ den Korruptions- und Untreuevorwürfen nachgehen zu können. Das sagte Oldenburgs Polizeichef Johann Kühme am Dienstag der NWZ.
Das Thema „Gorch Fock“ war in die Schlagzeilen geraten, nachdem die Kosten für die Sanierung des Segelschulschiffes der Deutschen Marine explodiert waren und sich auf 135 Millionen Euro vervielfacht hatten. Im Dezember 2018 geriet dann ein Mitarbeiter des für die Auftragsvergabe zuständigen Marinearsenals Wilhelmshaven nach einer Selbstanzeige unter Korruptionsverdacht.
Wenig später wurde bekannt, dass die Geschäftsführung der mit der Sanierung beauftragten Elsflether Werft Millionen in ein undurchsichtiges Firmengeflecht geleitet hatte; Geld wurde zum Beispiel in eine Goldmine in der Mongolei investiert. Gegen die ehemalige Werftleitung wird deshalb wegen des Verdachts der „Untreue zum Nachteil der Elsflether Werft“ ermittelt.
Sämtliche Verfahren liegen jetzt gebündelt bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück, Schwerpunktabteilung Korruption. „Die Einrichtung einer Soko bei der Polizei begrüße ich“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Bernard Südbeck.
Die Leitung der Soko hat Kriminaloberrat Josef Schade übernommen. Er war bislang Chef des Zentralen Kriminaldienstes bei der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta.
