OLDENBURG - Eine Million Elektroautos sollen nach den Plänen der Bundesregierung im Jahr 2020 über Deutschlands Straßen rollen. Die Fahrzeuge sollen jedoch nicht nur zu einer Verringerung des Schadstoffausstoßes beitragen, sie könnten auch als dezentrale Stromspeicher dienen.

Intensiv geforscht zu diesem Thema wird u. a. bei Next Energy, dem EWE-Forschungszentrum für Energietechnologie in Oldenburg, wie Dr. Olaf Conrad, Abteilungsleiter Brennstoffzellen,jetzt bei einer Vortragsveranstaltung des Oldenburger Energieclusters OLEC erläuterte. „Elektroautos können zur Netzstabilisierung beitragen“, so Conrad.

Da etwa die Sonne unregelmäßig scheint und der Wind ungleichmäßig bläst, nehmen die Schwankungen im Netz durch die stärkere Nutzung erneuerbarer Energien zu. Da gleichzeitig auch Elektroautos nicht ständig gefahren werden, könnte ein Teil der in dieser Zeit nicht benötigten Energie zur Stabilisierung der Netze genutzt werden, so Conrad.

Batterien noch teuer

Würden 45 Millionen Elektroautos durch Deutschland fahren, wären theoretisch 450 Gigawattstunden zur Netzstabilisierung verfügbar. Bei Windstille könnte so eine Energielücke von zehn Gigawatt über 45 Stunden kompensiert werden, rechnete Conrad.


Noch ist allerdings vieles in Sachen Stromspeicherung in großem Stil Zukunftsmusik, wie in der anschließenden Diskussionsrunde deutlich wurde. Denn aktuell sind leistungsstarke und für Elektroautos geeignete Batterien nicht nur schwer sondern auch teuer.

Mit Forschungen in einem anderen Zukunftsenergiefeld befasst sich ForWind, Zentrum für Windenergieforschung der Universitäten Oldenburg, Hannover und Bremen. „Eine unserer Schwerpunkte liegt in der möglichst genauen Vorhersage der Windbedingungen für Offshore-Windparks“, sagte ForWind-Geschäftsführer Dr. Stephan Barth.

Wie zwei Fußballfelder

So hätten etwa die gerade errichteten riesigen Windmühlen im Hochsee-Windpark Alpha Ventus vor Borkum eine überstrichene Fläche von 12 469 Quadratmetern – etwa so viel wie zwei Fußballfelder, so Barth. Da Windgeschwindigkeit und Richtung immer schwanken würden, ergebe sich ein viel komplexeres Strömungsbild als etwa bei einem Flugzeugflügel. Mittels Laser-Fernerkennung werde angestrebt, die Windströmungen schon vorauszuerkennen, um die Anlagen möglichst effektiv zu bauen und zu nutzen.

Laut Niedersachsens Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU) zeigen nicht nur diese beiden Beispiele, dass der Nordwesten in Sachen Zukunftenergien vorne mitspiele. „Niedersachsen ist bei den Zukunftsenergien hervorragend aufgestellt“, sagte Stratmann. Man brauche einen „energieoffenen Mix aller verfügbaren Energieträger“.

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