Oldenburg - Die Ölpreise sind seit Wochen im freien Fall. An Tankstellen im Nordwesten gibt es Diesel inzwischen für deutlich unter einem Euro pro Liter. Grund ist unter anderem die Corona-Krise und die dadurch gesunkene Nachfrage.
Auch die Gaspreise stehen deshalb unter Druck. Doch zumindest kurzfristig wird es beim regionalen Energieversorger EWE keine Gaspreissenkung geben, sagte Stefan Dohler, Vorstandschef des Oldenburger Konzerns, am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz. Stattdessen würden EWE-Kunden wohl erst mit zeitlichem Abstand von den niedrigeren Preisen am Gasmarkt profitieren können.
Der Grund liege in der Beschaffungsstrategie: „Wir haben die Gasmengen, die wir in diesem und im nächsten Jahr verkaufen, zum Großteil schon vor der Krise beschafft“, sagte Dohler. Das erkläre die zeitliche Verzögerung. Aber man könne davon ausgehen, dass die Preise womöglich im nächsten oder übernächsten Jahr sinken werden.
Mit dem Geschäftsjahr 2019 zeigte sich der EWE-Vorstand derweil zufrieden. „Trotz der schwierigen Marktlage und trotz eines warmen Winters hat EWE ein gutes und erfolgreiches Jahr hinter sich gebracht“, sagte Finanzvorstand Wolfgang Mücher.
Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern stieg um knapp 21 Prozent auf 455,9 Millionen Euro. Der Umsatz blieb 2019 mit 5,66 Milliarden Euro nahezu stabil (2018: 5,62 Milliarden Euro). Die Zahl der Mitarbeiter wuchs um 3,8 Prozent auf 8831. EWE bleibt damit einer der größten Arbeitgeber im Nordwesten.
Wegen der kaum vorhersehbaren Folgen durch die Corona-Pandemie verzichtete die EWE-Führung auf eine Prognose für 2020. Klar sei aber, dass auch EWE die Auswirkungen bereits „sehr deutlich“ spüre, sagte Dohler.
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