OLDENBURG - Neue Runde im Streit um die Deutsche Biogas AG: Wegen angeblich nicht beglichener Forderungen in Millionenhöhe hat die Envitec Biogas AG aus Lohne jetzt Klagen gegen das Biogasunternehmen aus Friesoythe um Vorstand und Haupteigner Horst Lammers beim Landgericht Oldenburg eingereicht.

Die Deutsche Biogas plant, baut und betreibt in einem Partnerschaftsmodell mit Bauern Biogasanlagen. Envitec hatte Anlagen geliefert.

Envitec wirft der Deutschen Biogas – wie berichtet – vor, diese nicht bezahlt zu haben. Der Konkurrent gewährte dem Unternehmen demnach ein Darlehen über 15 Millionen Euro, das bis Ende des Jahres befristet sei. Envitec-Vorstandschef Olaf von Lehmden berichtete nun in der „HAZ“ (Hannover), dass dieses Darlehen nicht ausgezahlt, sondern mit offenen Forderungen an die Deutsche Biogas verrechnet worden sei. Nachdem die Deutsche Biogas mit den Raten offenbar in Verzug geraten sei, seien die Zahlungen eingestellt worden. Deshalb habe man nun Klage eingereicht. Envitec bestätigte auf Anfrage die Vorwürfe und die Klage, wollte sich mit Verweis auf das laufende Verfahren aber nicht im Detail äußern.

Deutsche Biogas weist die Vorwürfe entschieden zurück. „Wir schulden der Firma Envitec keinen Cent“, hatte Vorstand Lammers schon Mitte Juli gegenüber dieser Zeitung gesagt. Er verweist auf ein von Vorständen beider Unternehmen unterzeichnetes Schriftstück, in dem dies klar geregelt sei. Eine Sprecherin der Friesoyther teilte zudem mit, dass eine Serie von Baumängeln an Anlagen festgestellt worden sei, weshalb ein Beweissicherungsverfahren eingeleitet worden sei. Die Deutsche Biogas sieht eine „gezielte Kampagne“ und eine „Auseinandersetzung im Wettbewerb“. Am Freitag steht die Hauptversammlung an.