OLDENBURG - OLDENBURG - Unternehmer, die einen Generationswechsel an der Firmenspitze planen, sollten jetzt gezielt überlegen ob sie schnell handeln oder besser abwarten – so das Fazit einer Veranstaltung im Rahmen des „Automobilen Business Talk Oldenburg“ im Audi Zentrum.
Unter der Leitung von Bernd Weber (Audi-Zentrum) und Dr. Heinz-Wilhelm Appelhoff (Treuhand Oldenburg GmbH) informierten der Bundestagsabgeordnete Otto Bernhardt (CDU) und Rechtsanwalt Klaus Wilke (Treuhand Oldenburg) über geplante Änderungen in der Erbschaftsteuer und deren Bedeutung für die Unternehmensnachfolge.
Geplant ist, Unternehmern, die eine Firma erben oder übernehmen, die Steuer zu stunden. Nach zehn Jahren wird sie ganz erlassen – sofern das Unternehmen im vergleichbaren Umfang fortgeführt wurde. Damit soll der Erhalt von Arbeitsplätzen belohnt werden. Wichtig: Der Unternehmer muss während der zehn Jahre selbst im Auge behalten, ob das Unternehmen im vergleichbaren Umfang weiter besteht.
Steuerfrei wird in jedem Fall nur „produktives“ Vermögen sein, also Maschinen, Werkshallen und ähnliche Werte. „Der Rembrandt ist kein produktives Vermögen, nur weil er im Büro und nicht in der Wohnung hängt“, verdeutlichte Bernhardt die Absichten des Gesetzgebers. Auch vermietete Immobilien zählen häufig nicht zum produktiven Vermögen.
Das Gesetz wird vermutlich im Frühjahr verabschiedet und soll rückwirkend zum ersten Januar gelten. Kleine Änderungen soll es allerdings noch geben.
„Wenn die Unternehmensnachfolge ansteht, sollten sie sich beraten lassen und überschlagen, was altes und neues Recht bringen“, so Wilke. „Finden sie heraus, welches Vermögen begünstigt ist und wie die Chancen sind, zehn Jahre durchzuhalten.“ Auch eine Aufteilung in kleinere Unternehmen könne u.U. sinnvoll sein.
