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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Kennzeichnung auf Lebensmitteln schwieriges Thema

11.04.2019

Oldenburg „Schwieriges Thema“, seufzt Karin Nichter-Wolgast, wenn sie auf das Thema Lebensmittelkennzeichnung angesprochen wird. Die Ernährungsberaterin der Landwirtschaftskammer Niedersachsen ist sich mit ihrer Kollegin Sabine Hoppe einig, dass das, was die Verbraucher auf den Etiketten auf Verpackungen – kleingedruckt – lesen können, oft mehr zur Verwirrung beiträgt als erhellt.

Das Lebensmittelrecht habe zu einer „Flut von Angaben“ geführt, so Nichter-Wolgast, um drei Zielvorgaben zu erfüllen: Schutz vor Gesundheitsgefahren, Schutz vor Täuschung und sachgerechte Information. Schon die Liste der verpflichtenden Grundkennzeichnungen verpackter Lebensmittel beansprucht in diesem Text die nächsten 15 Zeilen: Bezeichnung des Lebensmittels, Zutatenverzeichnis (absteigend nach Gewichtsanteil, teilweise optisch hervorzuheben), Mindesthaltbarkeitsdatum, Nettofüllmenge, Name und Anschrift des Herstellers, Los- oder Chargennummer sowie eine Nährwerttabelle mit Angaben zu Kaloriengehalt, Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß sowie Salz, bezogen auf 100 Gramm bzw. 100 Milliliter. Hinzu kommen freiwillige Angaben.

Doch jetzt beginnt die Verwirrung erst richtig. Beispiel Zucker. „Die Bezeichnung Zucker in der Zutatenliste steht nur für den Haushaltszucker“, weiß Nichter-Wolgast. „Damit Zucker etwa in Ketchup oder Fruchtjogurt nicht ganz oben auf der Zutatenliste steht, kommt er oft inkognito daher: als Maltose, Lactose, Glucose, Dextrin, Fructose oder Isoglucose“, klärt die Ernährungsexpertin auf.

Was bedeuten die berühmt-berüchtigten E-Nummern? „Dies sind ausdrücklich zugelassene Lebensmittelzusatzstoffe, die als technische Hilfsstoffe eingesetzt werden, um z.B. Creme steifer und Margarine streichfähiger zu machen oder die zum Färben eingesetzt werden“, erklärt Nichter-Wolgast. Und dann sind da noch die freiwilligen Kennzeichnungen, die gern auch werbend eingesetzt werden, wie „energiereduziert“ oder „fettarm“. Hiermit dürfen aber nicht Selbstverständlichkeiten erwähnt werden. So wurde einem Hersteller von Pflanzenöl verboten, mit „cholesterinfrei“ zu werben – weil: Pflanzenöl ist von Natur aus cholesterinfrei!

„Weniger streng sind die Kennzeichnungsvorschriften für unverpackte Lebensmittel, etwa auf Wochenmärkten oder in Hofläden“, weiß Lebensmittelexpertin Hoppe. Neben einigen verpflichtenden Angaben können Schilder aufgestellt oder Verzeichnisse ausgelegt werden. „Und die Mitarbeiter sollten Auskunft geben können“, so Hoppe. Hier sei aber deren Schulung oft ein Problem.

Einig sind sich die beiden Ernährungsberaterinnen darin, dass die Lebensmittelkennzeichnung einfacher werden muss. Während sich Hoppe mit einer ganz einfachen Ampel-Lösung anfreunden kann (rot=hoher Anteil an z.B. Fett, gelb=mittlerer Anteil, grün=geringer Anteil), meint Nichter-Wolgast, dass eine aussagekräftige Kennzeichnung schon einen „informierten Verbraucher“ voraussetze und „zur Alltagskompetenz gehören sollte“.

Und welchen Umgang mit Lebensmittel raten die beiden Ökotrophologinnen nun dem Verbraucher, der sich möglichst gesund, nachhaltig und bewusst ernähren will? „Je länger die Zutatenliste, umso komplexer verarbeitet ist das Lebensmittel und umso schwieriger ist es, es als gut oder schlecht zu beurteilen“, sagt Sabine Hoppe. Und Karin Nichter-Wolgast zieht daraus den einfachen Schluss: „Der Verbraucher sollte versuchen, sein Essen so viel wie möglich aus frischen Produkten der Region zuzubereiten.“

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