OLDENBURG - Fröhlich lachend läuft Adrian (4) durch das Wohnzimmer zu den „Duplo“-Steinen, die er mit Freude übereinander stapelt. „Eigentlich erzählt er gern und viel“, sagt sein Vater Wolfram Jorek (30). Nur will es mit der Verständigung einfach noch nicht so recht klappen. Wortschatz und die Satzbildung von Adrian sind noch nicht seinem Alter entsprechend entwickelt. Auch kann er einige Lautverbindungen nicht richtig aussprechen.
Um seiner Sprachentwicklungsverzögerung entgegenzuwirken, bekommt Adrian eine Frühförderung durch den Verein Harfe. „Adrian ist unser 1000. Harfe-Kind“, sagt Elke Junk, die als Geschäftsführerin und Pädagogin beim Verein tätig ist. Einmal in der Woche besucht sie Adrian und seinen Vater für eine Stunde zu Hause. Spielerisch führt sie den Vierjährigen an die Sprache heran.
Als Adrian zwei Jahre alt war, verließ seine Mutter die Familie. Für sein Alter ist er sehr aufgeweckt und selbstständig – nur mitteilen kann er sich noch nicht entsprechend. „Das ist ein sensibles Alter in der Sprachentwicklung“, sagt Elke Junk. „Wenn in diese Phase Konflikte in der Familie fallen, kann das durchaus psychologische Folgen haben.“ Ein Psychologe riet Wolfram Junker zu der Frühförderung, die vorerst für ein Jahr vom Sozialamt finanziert wird.
So groß wie sich die Bandbreite der Ursachen für Entwicklungsstörungen darstellt, ist auch das Angebot der Harfe-Frühförderung. Seit beinahe 20 Jahren unterstützt der Verein junge Menschen in ihrer Entwicklung. Dabei spielt die Zusammenarbeit und Bereitschaft der Eltern eine wichtige Rolle.
So sieht es auch Wolfram Jorek: „Frau Junk ist ja keine Zauberin“, sagt er. „Eine Stunde pro Woche reicht nicht. Darum versuche ich, ihre Anregungen in unseren Alltag zu integrieren.“ Adrian soll Sprache erleben. Gemeinsames Singen, Finger- und Bewegungsspiele, das Lesen in Bilderbüchern und Spiele wie „Memory“ sollen ihm die Wortvielfalt und Alternativen zum Satzbau aufzeigen.
Auch die Kooperation mit anderen Institutionen ist für eine erfolgreiche Arbeit wichtig. Elke Junk besuchte Adrian im Kindergarten, um sich mit den Erzieherinnen auszutauschen. Außerdem arbeitet eine Logopädin mit dem Jungen zusammen.
Wolfram Jorek weiß, dass ein gutes Sprachvermögen für die Zukunft seines Sohnes wichtig ist: „Ich wünsche ihm die bestmögliche Zukunft.“
Adrian bringen die Förderstunden sichtlich Spaß. Strahlend erklärt er Elke Junk beim „Memory“, dass ein Haus auch ein Schloss sein kann. „Er macht immer mehr Fortschritte“, freut sich Wolfram Jorek. „Adrian bemüht sich immer öfter, in ganzen Sätzen zu sprechen.“
