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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Ewe Netz Wechselt Auf H-Gas: Was die Gas-Umstellung für Ihren Haushalt bedeutet

20.02.2018

Oldenburg In diesen Tagen beginnt im Landkreis Rotenburg ein Mammutprojekt. Bis Ende 2027 stellt der Netzbetreiber EWE Netz in rund 600 000 Haushalten mit Gasanschluss in der Ems-Weser-Elbe-Region die Erdgasqualität von sogenanntem L-Gas auf H-Gas um. Dazu müssen auch alle Gasverbrauchsgeräte überprüft werden. Hintergründe zu dem Großprojekt:

Grafische Übersicht: Wann wird wo umgestellt?

Was ist der Unterschied zwischen L-Gas und H-Gas?

Der Unterschied liegt in der Erdgasqualität. H-Gas (High Calorific Gas/hochkalorisches Gas) hat einen höheren Methangehalt und setzt deshalb bei der Verbrennung mehr Energie frei als L-Gas (Low Calorific Gas/niederkalorisches Gas).

Warum ist eine Gasumstellung notwendig?

Die Förderung von L-Gas, das vorwiegend aus den Niederlanden und Deutschland stammt, ist stark rückläufig. Die Niederlande haben angekündigt, spätestens ab 2029 kein L-Gas mehr nach Deutschland exportieren zu können. Beim H-Gas, das vorwiegend aus Norwegen und Russland stammt, sind die Kapazitäten dagegen noch auf Jahrzehnte gesichert. Aus Sicht von Experten führt deshalb an der Umstellung kein Weg vorbei. „Das bedeutet, dass die Gasbeschaffenheit im gesamten Netz umgestellt werden muss“, heißt es bei der Bundesnetzagentur.

Wie viele Kunden sind von der Umstellung betroffen?

Die Umstellung betrifft alle Gebiete, in denen zurzeit L-Gas verbraucht wird. Das sind vor allem die Bundesländer Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Hessen. Die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass schätzungsweise 4,3 Millionen Kunden, Gewerbetreibende und Industrieunternehmen betroffen sein werden. Im Nordwesten, im Gebiet des regionalen Netzbetreibers EWE Netz, soll in rund 600 000 Haushalten die Erdgasqualität umgestellt werden, wie das Oldenburger Unternehmen mitteilte.

Welche Gasgeräte sind betroffen?

Weil H-Gas einen größeren Energiegehalt als L-Gas hat, müssen bei den meisten Gasgeräten die Brennerdüsen ausgetauscht und neu eingestellt werden. Betroffen sind nicht nur alle Gasheizungen, sondern auch alle gasbetriebenen Herde, Wäschetrockner, Durchlauferhitzer oder große Industrieanlagen. EWE Netz geht davon aus, dass im Nordwesten rund 700 000 Gasgeräte überprüft und eventuell an H-Gas angepasst werden müssen. Bundesweit dürften nach Einschätzungen der Bundesnetzagentur fünf bis sechs Millionen Geräte betroffen sein.

Wie läuft die Umstellung konkret im Haushalt ab?

EWE Netz hat den Nordwesten in mehr als 100 kleine Umstellbezirke eingeteilt. „In einem ersten Schritt erfassen unsere Monteure jeweils alle Gasgeräte eines Bezirks“, erläutert Kai Janßen, Gruppenleiter für die Erdgasumstellung bei EWE Netz. „Dafür müssen sie jeden Betrieb und jedes einzelne Gebäude persönlich aufsuchen, das über einen Erdgasanschluss verfügt.“ Ziel sei es, den aktuellen Ist-Zustand zu erfahren. Wie viele und welche Geräte sind tatsächlich im Einsatz? Und in welchem Zustand sind sie? Anschließend beschafft der Netzbetreiber bei Bedarf die notwendigen Ersatzteile. „Knapp zwölf Monate nach dem ersten Besuch folgt beim Kunden der zweite Schritt. In der Regel installieren wir dann die Umrüstsätze“, sagt Janßen. Aufgrund der Vielzahl der Kundenbesuche arbeitet EWE Netz nach eigenen Angaben mit sechs externen Firmen zusammen, die sich bei einer EU-weiten Ausschreibung durchgesetzt haben.

In welcher Reihenfolge plant die EWE die Umstellung?

EWE Netz beginnt in diesen Tagen im Landkreis Rotenburg mit der sogenannten Marktraumumstellung. Über die Kreise Stade und Cuxhaven will sich der Netzbetreiber schrittweise erst Richtung Elbe und dann zur Ems vorarbeiten. Die Stadt Oldenburg erreicht EWE Netz voraussichtlich 2022/23, Ostfriesland erst 2026/27. Bis Ende 2027 soll die Umstellung in allen rund 600 000 Haushalten abgeschlossen sein.

Was kostet Kunden die Gasumstellung?

Laut EWE Netz sind die Servicebesuche der Gasmonteure und auch die Umrüstsätze im Rahmen der Erdgasumstellung zunächst für die Kunden kostenlos. „Kein Kunde wird von uns eine Rechnung erhalten und unsere Monteure verlangen auch vor Ort niemals Geld“, betont Janßen. Stattdessen werden die Kosten der Gasumstellung – EWE Netz geht allein für den Nordwesten von 300 Millionen Euro aus – über eine Umlage bundesweit auf alle Gasverbraucher umgelegt. Die Bundesnetzagentur erwartet, dass es sich dabei aber nur um wenige Euro pro Jahr handeln werde. Auf einige wenige Gaskunden könnten aber erhebliche finanzielle Mehrbelastungen zukommen. Wenn nämlich ein Gasgerät aus technischen Gründen nicht auf H-Gas umgestellt werden kann, muss der Kunde auf eigene Kosten ein Neugerät anschaffen. Die Bundesnetzagentur rechnet damit, dass dies bei ein bis fünf Prozent aller Fälle passieren könnte.

Werden die persönlichen Gaskosten steigen?

Nein, heißt es bei der Netzagentur. Zwar ist H-Gas teurer als L-Gas. Durch den höheren Energiegehalt fällt der Verbrauch allerdings niedriger aus, sodass sich dies unterm Strich ausgleichen werde.

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Müssen Gaskunden von sich aus aktiv werden?

Nein. „Wir informieren unsere Kunden frühzeitig über die bevorstehende Umstellung der Gasqualität“, heißt es bei EWE Netz. Die Kunden sollten deshalb abwarten, bis sich der Netzbetreiber bei ihnen meldet. Kunden, die in nächster Zeit ohnehin neue Gasgeräte anschaffen wollen oder müssen, empfehlen EWE Netz und Bundesnetzagentur allerdings, darauf zu achten, dass diese „selbstadaptierend“ sind. Das heißt, dass der neue Gasbrenner die Gasqualität automatisch erkennt und sich selbstständig darauf einstellt.

Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
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