OLDENBURG - Ob Kaufvertrag oder Liebesbrief, deutsch-französische Kommunikation ist ihr Metier. Stéfanie Renou übersetzt seit 2005 in ihrer Wahlheimat Oldenburg.

Von Christian Quapp

OLDENBURG - Sie stammt aus Oldenburgs ältester Partnerstadt Cholet und hat sich schon vor langer Zeit in unsere Stadt verliebt. „1986 war ich im Rahmen eines Schüleraustausches hier“, erinnert sich Renou zurück. „Schon damals war mir klar, dass ich gerne hier leben will. Nach dem Abitur folgte einjähriger Aufenthalt bei einer Oldenburger Familie, mit der sie noch heute befreundet ist. „Die wohnen 500 Meter von hier entfernt, ich sehe sie sehr häufig.“

Ihr Studium der Germanistik absolvierte sie in Frankreich und nach kurzen Zwischenstopps in Nordfrankreich und Köln erfüllte sich 1993 ihr Traum. Sie fand eine Anstellung als Fremdsprachensekretärin bei einem Oldenburger Unternehmen, stieg bald zur Vorstandssekretärin auf.

„Nebenbei habe ich weiter studiert, wurde Übersetzerin und Dolmetscherin. Das habe ich dann nebenberuflich gemacht bis es irgendwann zu viel wurde.“

Renou musste eine Entscheidung treffen und wagte im letzten Jahr den Schritt in die Selbständigkeit. Neben ihren Diensten als Übersetzerin und Dolmetscherin übernimmt sie auch heute noch Sekretariatsaufgaben und hilft Unternehmern und Privatleuten bei der Büroorganisation. „Ein weiteres Standbein ist der Unterricht,“ erzählt die 37-Jährige. „Ich gebe Nachhilfe für Schüler und Konversationsunterricht für Erwachsene, vor allem auch Wirtschaftsfranzösisch.“


Gerne würde Renou die Städtepartnerschaft, die sie in ihre Wahlheimat geführt hat, auch zwischen deutschen und französischen Unternehmen beleben. „Ich würde gerne mehr Unternehmen aus Oldenburg und Cholet zusammenbringen.“

Aber nicht nur Firmen aus Oldenburg und ganz Deutschland nehmen ihre Dienstleistungen in Anspruch: „Kürzlich kam ein junger Mann auf mich zu. Er hatte sich im Urlaub in Cholet in ein 17-jähriges Mädchen verliebt. Er sprach kaum Französisch, sie konnte kein Deutsch. Ich habe zuerst die Liebesbriefe der beiden übersetzt, dann kam sie nach Oldenburg. Das erste Treffen fand in einem Restaurant statt. Ich saß dabei und habe für sie übersetzt. Auch als der junge Mann am zweiten Abend für sie gekocht hat, kam ich dazu und habe dafür gesorgt, dass die beiden sich verstehen.“