OLDENBURG - In Berlin wurde am Mittwoch die Pflegereform auf den Weg gebracht. In der Weser-Ems-Halle eröffnete am Abend Dr. Gerd Pommer, Vorsitzender der Ärztekammer, die ersten Oldenburger Fachtage Demenz, bei denen die aktuellen medizinischen Erkenntnisse vorgestellt wurden, bei denen es aber auch um ganz praktische Aspekte der Pflege und Betreuung ging. Vernetzte Kompetenz: Bis Freitag diskutieren Mediziner, Psychologen, Kassenvertreter, Pflegende und Pädagogen. Experten und Angehörige suchen neue Wege des Umgangs mit altersverwirrten Menschen.
Dr. Pommer geht davon aus, dass 2500 Männer und Frauen in der Stadt an Demenz erkrankt sind. „Ich bin der Alzheimer-Gesellschaft und dem Klinikum sehr dankbar, dass es erstmals gelungen ist, bei dieser Fachtagung alle Beteiligten von Medizinern bis hin zu Betreuern und Pflegenden miteinander in Kontakt zu bringen, um nach Lösungen für diese Herausforderung zu suchen.“
Professor Andreas Engelhardt, Chefarzt des Neurozentrums im Evangelischen Krankenhaus, hielt das Auftaktreferat über Entwicklungen aus Sicht einer Klinik. Derzeit seien leider Kliniken und Praxen weder finanziell noch personell noch mental auf den Umgang mit Demenzkranken genügend eingestellt. Dies soll sich jedoch ändern, nicht zuletzt durch ein bundesweites Kompetenznetz. Zur Therapie der Alzheimer-Demenz gebe es in jüngster Zeit vielversprechende Ansätze.
Oberbürgermeister Gerd Schwandner als Schirmherr meinte, dass vor dem Hintergrund des demografischen Wandels die zunehmende Zahl an Demenzerkrankten für eine Kommune auch Verpflichtung zum Handeln sei. Als wünschenswert sah er eine Fortsetzung dieses Erfahrungsaustausches aller Beteiligten an. „Doch schon jetzt tragen sie mit ihrer kompetenten Vorbereitung zum Profil Oldenburgs als Stadt der Gesundheitsförderung bei.“
Darüber freuten sich ganz besonders Brunhilde Becker (Alzheimer-Gesellschaft) und Rita Wick (Fortbildungsbeauftragte Klinikum), die für die Konzeption verantwortlich zeichneten und bislang 450 Anmeldungen registrierten.
Der Eröffnungsabend war vor allem für Ärzte, Klinikmanagement und Verantwortliche gedacht. Grußworte sprachen Dr. Klaus-Dieter Simmert aus dem Ministerium für Gesundheit in Hannover und Klinikum-Aufsichtsratsvorsitzender Berndt Zabel.
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