OLDENBURG - Blauzungenkrankheit und Geflügelgrippe waren die jüngsten großen Herausforderungen für die Mitarbeiter des Veterinärinstitutes Oldenburg. Bei einem Festakt zum 70-jährigen Bestehen der Einrichtung, die zum Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) gehört, lobte am Donnerstag Professor Dr. Günter Thalmann, seit 1994 Leiter des Institutes, die hohe Einsatzbereitschaft seiner Mitarbeiter. Bei seinem Dienstantritt gehörte die Bekämpfung der damals ausgebrochenen Schweinepest zu seinen ersten Aufgaben.
Seit Dezember 2008 wurden im Oldenburger Institut rund 33 400 Proben aus dem Landkreis Cloppenburg auf Vogelgrippe mit dem für Menschen ungefährlichen Virus H5N3 untersucht. Von rund drei Millionen Puten musste bisher aus mehr als 30 Beständen rund ein Sechstel getötet werden.
Nach weiteren Untersuchungen könnte aber schon bald die Aufhebung erster Sperrbezirke möglich sein, kündigte Thalmann am Donnerstag an. Es habe sich offensichtlich um keinen Stamm gehandelt, der von Wildvögeln übertragen werde. Eine Mutation des Virus könne jedoch nie ausgeschlossen werden, befürchtet Thalmann.
Lob gab es auch von Friedrich-Otto Ripke, Staatssekretär im niedersächsischen Landwirtschaftsministerium. Er zählt das Oldenburger Institut mit jährlich rund 800 000 Proben „zu den leistungsstärksten Untersuchungseinrichtungen in Niedersachsen“. Seit 70 Jahren sei hier wichtige Arbeit zum Schutz der Verbraucher geleistet worden, „die täglich sichere und saubere Lebensmittel verlangen“.
Die Analyse von unerwünschten Rückständen, wie Hormonen, Antibiotika oder anderen Arzneimitteln in tierischen Lebensmitteln nannte Laves-Präsident Dr. Eberhard Haunhorst als weitere Arbeitsschwerpunkte im Oldenburger Institut. „Die hohe Zahl und die Schnelligkeit der Überprüfung, die für viele Proben buchstäblich über Nacht bewältigte wird, gelten bundesweit als beispielhaft“, freute sich Haunhorst.
