OLDENBURG - Die Steuereinnahmen des Finanzamts Oldenburg sind 2011 zum dritten Mal in Folge auf inzwischen 1,35 (2010: 1,23) Milliarden Euro gestiegen. Damit liegt Oldenburg zum zweiten Mal hinter Hannover-Nord auf Platz zwei in Niedersachsen – ein Platz, den bis 2009 das Finanzamt Osnabrück-Stadt gehalten hatte. Finanzamts-Chef German Unland wertet das Ergebnis als Indiz für die wirtschaftliche Stärke Oldenburgs.

Die Summe der Lohnsteuer ist binnen Jahresfrist von 352 auf 368 Millionen Euro geklettert. „Das kann sowohl auf Lohnzuwächse als auch auf Beschäftigungsaufbau hindeuten“, sagte Unland. Das Umsatzsteueraufkommen stieg sogar von 556 auf 652 Millionen Euro. Unland: „Das weist auf starken Konsum und eine gute Auftragslage im Mittelstand hin.“ Da Investitionen sich steuermindernd auswirken, könne man auf eine „vorsichtige Investitionstätigkeit der Unternehmen“ schließen.

Die wirtschaftliche Stärke der Stadt bedeutet für das Finanzamt, dass – anders als im Landestrend – die Mitarbeiterzahl mit etwa 300 stabil geblieben ist. Die Ausbildungsquote liegt bei über zehn Prozent; von den 33 Azubis im Finanzamt studieren 22 berufsbegleitend an der Steuerakademie. Das Finanzamt bildet so den Nachwuchs auch für die Oberfinanzdirektion sowie die Finanzämter für Großbetriebsprüfung und Fahndung und Strafsachen aus.

Inzwischen gehen beim Finanzamt etwa ein Drittel aller Steuererklärungen auf elektronischem Wege über die Software „Elster“ ein – ein Zuwachs um 25 Prozent, berichtete Finanzamts-Vize Christian Kläne. Die neueste Version gibt es zum Download (www.elster.de) oder als CD zum Abholen in der Infothek, berichtete Marcus Dittrich vom Elster-Team.

Apropos Infothek: Die Besucherzahl stieg gegenüber dem Vorjahr um 11 000 auf 48  000. Einer der Gründe: Daten-Fehler bei der Einführung der elektronischen Lohnsteuerkarte.


Zudem wurden mit diesem Verfahren dem Finanzamt Aufgaben übertragen, die zuvor von der Stadtverwaltung erledigt wurden. Das sorgte für 21 587 Anträge mehr für die Beschäftigten im Finanzamt.