Oldenburg/Frankfurt - Anleger, die mit ihrem Geld auf den Deutschen Aktienindex Dax gesetzt haben, blicken auf ein sehr gutes Jahr zurück: Der Dax legte 2021 um fast 16 Prozent zu, wie am Donnerstag errechnet wurde. Wie üblich wurde am Tag vor Sylvester nur bis 14 Uhr gehandelt.
Dann stand der Dax bei 15 884,86 Punkten (plus 0,21 Prozente zum Vortag) – und damit gar nicht so weit von seinem Rekordhoch entfernt. Dies wurde Mitte November bei 16 290 Zählern markiert. Damit geht 2021 als eines der besseren Börsenjahre in die Geschichte ein – trotz der anhaltenden Corona-Pandemie und der Aussicht auf steigende Leitzinsen in den USA. Und wie geht es weiter? „Das Börsenjahr 2022 verspricht erneut viel Spannung“, heißt es bei der Oldenburgischen Landesbank (OLB). „An seinem Ende könnten trotz der erwarteten Schwankungen und einiger Unwägbarkeiten steigende Kurse für den Dax stehen.“ OLB-Analyst Christoph Pospich sagt: „Wir erwarten bis Ende 2022 eine Fortsetzung des Aufwärtstrends.“
Zwar weist auch die OLB auf die andauernden Auswirkungen der Corona-Pandemie hin. Aber die Experten gehen davon aus, „dass durch die Fortschritte bei den Impfungen sowie große globale Konjunkturprogramme die schwersten wirtschaftlichen Verwerfungen der Pandemie hinter uns liegen“, wie Pospich sagt.
Als Motor für den weiteren Börsenaufschwung macht die Bank steigende Unternehmensgewinne und die positive Auftragslage aus, auch einen wieder starken Export. Für Deutschland erwartet die OLB ein Wirtschaftswachstum von 4,2 Prozent.
Ein Risiko identifiziert das OLB-Team bei den Zinsen. Zwar werde die Geldpolitik der Notenbanken „behutsam“ bleiben. Doch: „Wir sehen eine Gefahr darin, die wirtschaftliche Erholung abzuwürgen, falls sich die Notenbanken genötigt fühlen, die Zinsen schneller und eventuell stärker ansteigen zu lassen als bislang kommuniziert.“
Grundsätzlich dürfte das Zinsniveau in Deutschland zwar leicht ansteigen, aber wohl weiterhin auf magerem Niveau bleiben, schätzt man in der OLB-Zentrale. „Wir rechnen damit, dass sich die Renditen auf zehnjährige Staatsanleihen im Plus-Bereich bewegen werden“, sagt Christoph Pospich, „aber wenn man von einer durchschnittlichen Inflation in Höhe von 2,5 Prozent ausgeht, bleiben die realen Renditen insgesamt negativ.“
Daraus ergibt sich für ihn ganz klar: „Wer sich nicht um sein Geld kümmert, verliert Werte.“
