Oldenburg - Noch ist es lange hin bis Weihnachten. Aber am Ende wird die Zeit dann oft doch knapp – für die Päckchen zum Beispiel.

Wie gehe ich also sicher, dass mein Weihnachtspaket rechtzeitig ankommt – und zwar am besten auch noch, ohne dass ich stundenlang in der Schlange warten muss.

Kenan Yanc, der den Kiosk Milosch an der Hauptstraße mit einem DHL-Paketshop betreibt, sagt: „Heiligabend fällt in diesem Jahr auf einen Montag. Ich würde trotz der 24-Stunden-Garantie von DHL dazu raten, das Päckchen bis Donnerstag, 20. Dezember, abzugeben, allerspätestens aber bis zum 21. Dezember. Denn Heiligabend wird weniger zugestellt, nur bis mittags, dann ist Schluss.“

Aber auch die Uhrzeit ist – je nach Postfiliale – nicht egal. Yanc sagt: „Man sollte die Pakete hier bis spätestens 15 Uhr ’reingebracht haben, damit sie am selben Tag noch auf die Reise gehen. Denn bei uns werden sie zwischen 15 und 18 Uhr abgeholt.“

Wer auf Express-Zustellung angewiesen sei, solle zumindest versuchen, die Post vormittags abzugeben. „Denn je später es am Tag wird, desto teurer wird es auch. Das kann am Nachmittag doppelt soviel kosten wie am Vormittag.“


Und was tut man, um nicht stundenlang zu warten, bis man sein Paket los wird?

Manuela Kleinschmidt vom Happy Shop mit Post-Agentur an der Eichenstraße sagt: „Bei uns ist es gut, ab 10 Uhr zu kommen, weil wir dann zu zweit sind, ab dann sind wir auch für Postsachen bis 21 Uhr da. Jetzt im beginnenden Weihnachtsgeschäft ist besonders montags immer viel los, weil die Pakete am Wochenende fertig gemacht worden sind. Da können die Schlangen dann länger sein.“

Weitere Fragen hat die NWZ mit Michael Rohrmann vom Oldenburger Standort der Verbraucherzentrale Niedersachsen und den Paketversendern geklärt:

Wie sieht es bei Paketen ins Ausland aus

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Die Post empfiehlt für Päckchen und Pakete ins außereuropäische Ausland, die rechtzeitig zum Fest da sein sollen, die Absendung bis zum 30. November (mit Premium-Versand bis 7. Dezember). Innerhalb Europas wird die Einlieferung bis 10. Dezember empfohlen. (mit Premium 13. Dezember) und in EU-Nachbarländer und die Schweiz bis 14. Dezember (Premium 17. Dezember).

Und in Deutschland

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Die Post bestätigt die Angaben des Oldenburger Paketshop-Betreibers Kenan Yanc: „Päckchen und Pakete, die bis 20. Dezember um 18 Uhr in einer Partner-Filiale oder einem DHL-Paketshop abgegeben werden, erreichen bis Heiligabend ihre Empfänger. In einigen Filialen (Postbank) kann die Einlieferung auch noch am Vormittag des 21. Dezember erfolgen.“ Die konkreten Fristen sollten direkt vor Ort erfragt werden.

Anderes Beispiel: Hermes. Hermes stellt Päckchen und Pakete in der Regel binnen zwei Werktagen zu. Für Weihnachten gilt die Empfehlung: Abgabe an der Annahmestelle bis Geschäftsschluss am 19. Dezember, auch der 20. Dezember ist dann noch ausreichend, wenn man frühzeitig einliefert – weil die Abholung jederzeit im Laufe des Tages erfolgen kann. Hermes liefert am Heiligabend nicht aus.

Beispiel DPD:

Der Paket-Dienstleister DPD empfiehlt, Standardpakete spätestens bis zum Mittwoch, 19. Dezember (12 Uhr mittags) zu verschicken. Expresspakete kommen auch dann noch pünktlich an, wenn sie bis Freitag, 21. Dezember (12 Uhr mittags), aufgegeben werden.

Bei vielen Anbietern kann man grundsätzlich auch Wunschtermine kostenpflichtig zubuchen. Hier landet das Paket dann zunächst beim Empfänger, dann bei einem genannten Wunschnachbarn, wenn der nicht da ist, auch bei einem weiteren Nachbar.

Welche Fristen gelten für die Briefpost

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Für die schnelle internationale Beförderung sollte man immer den Vermerk Priority/Luftpost anbringen. Der Richtwert für Briefe innerhalb Europas ist der 10. Dezember, für den weltweiten Versand 6. Dezember. Für Weihnachtspost in Deutschland gilt der 21. Dezember als letzte Frist.

Wie oft wird ein Paket gebracht

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Es gibt mindestens einen Zustellversuch an der Haustür. Manche Dienstleister versuchen es auch erneut oder bieten eine Wunschzustellung an beziehungsweise geben es bei einem Nachbarn ab, wenn das gewünscht ist. Wenn das nicht klappt, wird das Paket z.B. in der Post (DHL) oder einem Partnerladen (DPD, Hermes) abgegeben.

Wer haftet für mein Paket oder Päckchen

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Anbieter wie DHL und Hermes sichern Pakete bis 500 Euro ab – bei einem Wert von über 500 Euro muss man die Zusatzbuchungs-Option nutzen. Außerdem sollte man einen Nachweis führen können, was in dem Paket war, wenn es verloren gegangen ist. Bei Päckchen gibt es bei DHL keine automatische Versicherung, bei Hermes bis 50 Euro.

Wer bringt meine Pakete

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Die Postler werden in der Vorweihnachtszeit von hunderten Aushilfskräften unterstützt, so die Post. Aber auch Dienstleister wie die Citipost Nordwest, dessen Mehraufkommen gerade „vor allem auf geschäftlicher Post zum Jahreswechsel beruht“, so Citipost-Chef Jens Fitzner, beschäftigt jetzt zehn zusätzliche Mitarbeiter – zu den regulär 100 Mitarbeitern.

Laut Verdi arbeiten UPS und DHL vor allem mit tarifgebundenen Festangestellten (12 bis 14 Euro/Stunde), GLS, DPD und Hermes arbeiteten hauptsächlich mit Subunternehmern und Mindestlohn, so Verdi. Die Gewerkschaft kritisiert, dass „gerade bei Subunternehmen häufig unbezahlte Überstunden gemacht werden“ und der Mindestlohn unterlaufen wird.

Gibt es eine Plattform, wenn es mal nicht geklappt hat

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Neben dem Kontakt zu den betreffenden Unternehmen und ihrem Kundendienst hat die Verbraucherzentrale eine Plattform eingerichtet, um Brief- und Paket-Ärger loszuwerden, in extremen Fällen wird hier auch der Rechtsweg angestoßen. Die Seite gibt auch Tipps – etwa zu Paketen: Was vor dem Versand zu beachten ist einschließlich richtiger Verpackung, was zu tun ist bei Verlust und Beschädigung und wie die Wunschzustellung funktioniert.

Karsten Röhr
Karsten Röhr Redaktion Oldenburg
Christoph Kiefer
Christoph Kiefer Reportage-Redaktion (Chefreporter)