OLDENBURG - OLDENBURG - Auch ein Krokodil, das in Frieden ruht, kann noch mal für Aufregung sorgen. Hatte das Raubtier vor seinem Ableben Oldenburger Gewässer unsicher gemacht? War es von einem herzlosen „Tierfreund“ in einen kalten See ausgesetzt worden? Diese Fragen bewegten in den letzten Tagen die Bürger, das Veterinäramt, die Polizei und nicht zuletzt die NWZ .

Jetzt ist klar: Keine dieser Befürchtungen trifft zu. Krokodil „Schnappi“, das am vergangenen Donnerstag als rätselhaftes Fundstück im Garten von Dieter Visser, auch bekannt als „Paule Witzig“, auftauchte, ist ein altes Erbstück.

„Ich habe das (damals schon tote) Krokodil 1963 von meinem Großvater geschenkt bekommen“, teilte Karl Heinz Lind mit. Der 55-Jährige war in den letzten Jahren Mitbewohner von Dieter Visser.

Schnappi fristete in dieser Zeit ein eher unspektakuläres Dasein auf einer Kellertreppe. Wie das 50 Zentimeter lange Reptil erst unbemerkt verschwinden und dann plötzlich im Vorgarten wieder zum Vorschein kommen konnte, ist unklar.

„Ich bin eben nicht nur Verwirrungskünstler, sondern auch ein Sommerlochstopfer“, so der augenzwinkernde Kommentar von Visser.


Weder der alarmierten Polizei, dem Veterinäramt, noch dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit war Schnappis fortgeschrittenes Alter sofort aufgefallen. „Auf den ersten Blick war das auch nicht zu erkennen. Erst als wir es geöffnet hatten, fanden wir die Glasaugen und etwas Filz, mit dem es notdürftig ausgestopft worden war“, so Hiltrud Schrandt, Sprecherin des Landesamtes.

Für Krokodilstränen bei Schnappis Eigentümer Karl Heinz Lind wird eine weitere Nachricht sorgen: Das Erbstück von seinem Großvater wird er nicht zurück bekommen. „Ein Tier, das in der Sektionshalle landet, kommt da nicht wieder raus“, so Schrandt.