OLDENBURG - Eine waschechte Ostfriesin kann ihre Wurzeln nicht verhehlen – auch wenn sie schon Jahrzehnte in Oldenburg lebt. Der beste Beweis dafür ist Trientje Bunjes. Die gebürtige Rhauderfehnerin feierte am Sonntag im Seniorenheim Domicil am Drögen-Hasen-Weg ihren 101. Geburtstag. Und beim kleinen Empfang stimmte sie vergnügt das plattdeutsche Lied „In Ostfreesland“ an.
Erste Bürgermeisterin Rita Schilling, die eine Urkunde, Glückwünsche und Blumen im Auftrag des Ministerpräsidenten und des Oberbürgermeisters überbrachte, staunte nicht schlecht über die Textsicherheit der rüstigen Seniorin. Geschenke für die Eisenbahnerwitwe gab es auch von Helmut Fokkena, Vorsitzender der Stiftung Bahn-Sozialwerk, und Stadtteilbetreuer Gerold Schumacher.
Sie habe immer zupacken müssen, erzählt Trientje Bunjes. Schon ab dem zwölften Lebensjahr versorgte sie ihre fünf Geschwister: Ihr Vater diente im 1. Weltkrieg, ihre Mutter arbeitete im Moor. Mit 15 Jahren kam die Ostfriesin nach Oldenburg und war als Köchin tätig. Hier lernte sie auch ihren Mann Heinrich kennen. 1934 wurde geheiratet. Man zog nach Wilhelmshaven. Dort wurde der erste Sohn Friedrich geboren, der 1981 verstarb.
Zurück nach Oldenburg kamen die Bunjes 1937. Sie lebten in der Bergstraße. Dort wurden auch Sohn Heino und Tochter Hilke großgezogen. Es folgte eine schwere Zeit: Heinrich Bunjes musste in den 2. Weltkrieg ziehen. Er galt lange als verschollen und wurde 1944 für tot erklärt. Doch 1945 stand er plötzlich vor der Haustür. Das Familienglück war wieder komplett. Viele schöne Jahre verlebten die Bunjes dann im Eigenheim in Bloherfelde.
2002, zwei Jahre nach dem Tod ihres Mannes, zog die damals 95-Jährige ins Seniorenheim. Hier fühlt sie sich wohl. Nach dem Frühstücksempfang zum Geburtstag feierte Trientje Bunjes am Nachmittag im Café Merlin weiter: im Kreise der Familie, zu der auch zwei Enkelkinder gehören.
