OLDENBURG - Die Landschaft des Backhandwerks ist in Bewegung: Es gibt immer weniger Bäckereien mit immer mehr Filialen, außerdem werden die einzelnen Geschäfte größer und erweitern ihre Angebotspalette. Drei Prozent der backenden Betriebe erzielen 80 Prozent des Umsatzes. Das erklärte Oliver Vogt (Gehrke Econ Hannover) bei der Generalversammlung der Bäko Weser-Ems-Mitte am Mittwoch in Oldenburg.
Für Bäckereien sei es der falsche Weg, mit einer noch größeren Angebotspalette zu reagieren, so Vogt. Bäcker müssten sich spezialisieren, machte der Referent deutlich. Bäckereien könnten nur im Wettbewerb bestehen, wenn sie ihren Fokus auf das legen, was sie am besten können.
Außerdem müsse sich das Bäckerhandwerk auf allerlei Engpässe einstellen. Neben Ressourcen und Finanzmitteln sei vor allem der Nachwuchs knapp. Darauf reagiert Bäko Weser-Ems-Mitte (850 Mitgliedsbetriebe), indem sie auch plant, junge Menschen aus Spanien in die Region einzuladen und im besten Fall in Praktika und Ausbildungsverhältnisse zu überführen.
Über Negativentwicklungen im Geschäft kann Bäko nicht klagen. Im ersten Jahr nach der Fusion von Bäko Mitte und Weser-Ems vermeldete der geschäftsführende Vorstand Dr. Ewald Oltmann sowohl im Umsatz (Gesamtumsatz 2011: knapp 215 Millionen Euro, das sind 7,5 Prozent mehr als 2010) als auch im Ergebnis Rekordwerte.
Ärger gab es auf der Versammlung, als das ehemalige Vorstandsmitglied Dirk Grete (Bäko Mitte) sagte, er habe seine Unterschrift niemals unter den Geschäftsbericht gesetzt, sie aber dennoch dort gefunden. Er kündigte an, Anzeige zu erstatten.
