OLDENBURG - Wer am Dienstag das Gebäude des Oberlandesgerichts Oldenburg (OLG) betreten wollte, musste sich einer intensiven Leibesvisitation unterziehen. Außerdem war eine Sicherheitsschleuse zu passieren, die laut Alarm schlägt, sollte ein Besucher einen gefährlichen Gegenstand mitsichführen. Die Maßnahmen sind Teil eines Sicherheitskonzeptes, das schon lange diskutiert wurde und durch die Bluttat von Dresden beängstigende Aktualität erfahren hat.

Aus Dresdener Fall lernen

Im Dresdener Landgericht war in der vergangenen Woche eine Zeugin erstochen worden. Der Täter, ein wegen Beleidigung angeklagter Mann, hatte das Messer mit in das Gebäude nehmen können, weil es am Eingang des Gerichtes keine Personen- und Taschenkontrolle gegeben hatte. Das soll sich in Oldenburg nicht wiederholen, auch wenn es keine absolute Sicherheit gebe, sagte am Dienstag die OLG- Pressesprecherin Dr. Antje Jaspert. Man werde aber Stück für Stück das geplante Sicherheitskonzept umsetzen.

Doch noch hat das Konzept Lücken. Die gestern neu errichtete Sicherheitsschleuse im OLG kann umgangen werden, wenn man das Gebäude über das angrenzende Amtsgericht betritt. Doch auch das ist bald vorbei.

Wie Rolf Lübben, Pressesprecher des Amtsgerichtes, gestern erklärte, sind auch für das Amtsgericht Sicherheitsschleusen geplant. Vieles scheitere aber wohl am Geld, sagte Lübben. Das Betreiben einer Sicherheitsschleuse sei sehr personalintensiv. „Wir haben nicht einmal eine weibliche Wachtmeisterin, aber die ist notwendig, wenn Frauen kontrolliert werden müssen“, beklagt sich Lübben.


Landgericht plant bereits

Auch das Landgericht denkt über ein Sicherheitskonzept nach. „Wir sind in ständiger Beratung mit den Richtern und dem Sicherheitspersonal, wie so ein Konzept umgesetzt werden kann“, sagte am Dienstag Daniel Mönnich, Pressesprecher des Landgerichtes. Konkretes lasse sich heute aber noch nicht sagen. So oder so: Das Ein- und Ausgehen in Justizgebäuden wie in einem Bahnhof dürfte in allernächster Zukunft ein für allemal vorbei sein – zumindest in Oldenburg.