OLDENBURG - Alarmstufe Vogelgrippe: Oldenburgs Krankenhäuser sind auf den Ernstfall vorbereitet.

Von Rainer Dehmer

OLDENBURG - Die Oldenburger Krankenhäuser bereiten sich für die Vogelgrippe vor: In allen drei Hospitälern sind inzwischen Quarantäne-Räume eingerichtet worden. Dort werden Patienten im Verdachtsfall schnell separiert und getestet.

Außerdem ist spezielle Schutzkleidung (Mund- und Nasenschutz, Kittel, Schutzbrille, Handschuhe) für das medizinische Personal griffbereit. „Besonders die Mitarbeiter der Notaufnahme wurden sensibilisiert, im Zweifel Schutzkleidung anzulegen“, erklärt Dr. Ulrich Sander, Medizinscher Vorstand des Evangelischen Krankenhauses.

Angesichts der Ausbreitung der Vogelgrippe in der Türkei haben alle Oldenburger Krankenhäuser die gleichen Vorsorgemaßnahmen getroffen. Federführung ist dabei Dr. Jörg Herrmann, Direktor des Instituts für Krankenhaushygiene (Träger sind das Klinikum und das Evangelische): „Bisher hatten wir noch keinen Verdachtsfall. Es kann aber jederzeit vorkommen, dass eine türkische Familie, die von einem Urlaub in der Heimat zurückkehrt ist, sich in der Notaufnahme mit einem Angehörigen meldet, der Husten, Fieber, Schnupfen und Schüttelfrost hat. Da müssen die Mitarbeiter wissen, wie sie sich zu verhalten haben“, erklärt der 47-jährige Institutsleiter. Er hat das Personal aller Notaufnahmen geschult.

Vorsicht sei geboten, wenn ein Patient akut an Fieber und einer schweren Atemwegserkrankung mit Symptomen wie Husten und Atemnot leide.


Hielt er sich zuvor auch noch in einem von Vogelgrippe betroffenen Gebiet auf und hatte dort Kontakt mit lebenden oder toten Tieren (Geflügel, Schweine), wird der Notfallplan wirksam.

„Wichtig ist“, so Herrmann, „dass sich die Mitarbeiter zunächst selbst schützen, indem sie Mundschutz und Brille anziehen.“ Der betroffene Patient komme sofort in den Isolationsraum. Ein Schnelltest gebe schon nach etwa zwei Stunden Auskunft darüber, ob der Patient mit dem Influenza-A-Virus infiziert ist.

Ob es sich dann aber um eine normale Grippe oder um die gefährliche Vogelgrippe handelt, lässt sich nur im Spezial-Labor feststellen. Bei einem Fall in Oldenburg würde das Niedersächsische Landesgesundheitsamt die Probe untersuchen. „Das kann bis zu zwei Tage dauern. Solange bleibt der Patient strikt in Isolierung. Besuche sind in dieser Zeit nicht erlaubt“, betont Dr. Herrmann.

„Wir gehen zwar davon aus, dass es uns nicht treffen wird, aber es ist besser, wir sind auf alles eingestellt“, sagt Dr. Robert Riefenstahl, Geschäftsführer des Pius-Hospitals.