OLDENBURG - Die falsche Bombe auf der Baustelle wird für die Weser-Ems-Halle teuer. Hallen-Chef Jan Wartemann geht von Kosten in Höhe von fast 100 000 Euro aus. Das Ausschachten der vermeintlichen Fundstelle und die Grundwasser-Absenkung müsse die Halle ebenso zahlen wie die Beauftragung eines privaten Unternehmens für Kampfmittel- und Kampfstoffbergung. Der Einsatz des Kampfmittel-Beseitigungsdienstes des Landes war nach Angaben von Sprengmeister Gerd Schellberg kostenfrei.

„Wenn es eine Bombe gewesen wäre, hätte das Land den Großteil der Kosten getragen“, sagte Jan Wartemann am Montag. „Vielleicht wären bei einer Sprengung aber viel größere Schäden an den bereits gesetzten Bohrpfählen auf der Baustelle entstanden.“ Letztlich sei man aber froh, dass es keine Bombe war.

Nach Angaben von Wartemann wurde das gesamte Baugebiet sondiert. „Weitere Überraschungen dürfte es nicht geben.“ Die Arbeiten für die neue Mehrzweckhalle befänden sich im Zeitplan. Anfang Mai soll der Grundstein gelegt werden.

Wie berichtet, war die für Sonntag geplante Evakuierung am Sonnabend abgesagt worden, nachdem sich die angebliche Bombe als Gründungspfahl eines alten Gebäudes entpuppt hatte.

„Das Grundwasser musste erst runter. Deshalb konnten wir vorher nicht nachschauen“, erklärte Sprengmeister Schellberg. Seiner Meinung nach war bei den Erkundungsbohrungen nicht zu erkennen, dass in acht Metern Tiefe nur ein Pfahl steckte. „So etwas kommt immer wieder mal vor.“ 2011 musste der Kampfmittel-Beseitigungsdienst mehr als 200 Sprengbomben bergen. Am Montag sprengte Schellberg übrigens in Wilhelmshaven.


Auch aus Polizeisicht besteht kein Grund zur Kritik. „Flexibilität ist ein wesentlicher Teil unserer Arbeit, weil vieles eben nicht vorhersehbar ist. Das war auch hier so“, sagte Polizei-Chef Johann Kühme. Sachkosten habe es nicht gegeben.

Zu den insgesamt entstandenen Kosten im Zusammenhang mit der geplanten Evakuierung konnte die Stadtverwaltung auch am Montag keine Angaben machen. Zur Kritik von Anwohnern, dass die Stadt nicht umfangreich über die Absage der Evakuierung informiert habe, sagte Stadtsprecher Andreas van Hooven: „Wir haben im Internet und über Radiosender informiert.“ Eine weitere Flugblatt-Aktion hätte seiner Meinung nach keinen Sinn gemacht. Schon das Verteilen der Flugblätter im Vorfeld habe 24 Stunden gedauert.