OLDENBURG - Die Ausbildungszahlen in der Region haben sich positiv entwickelt. Hauptgeschäftsführer Kater wurde ausgezeichnet.

Von Jörg Schürmeyer

OLDENBURG - Gegen eine Verkürzung der Ausbildung auf zwei Jahre und die Untergliederung der Lehrzeit in einzelne Module haben sich der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Hanns-Eberhard Schleyer, und der Präsident der Handwerkskammer (HWK) Oldenburg, Jürgen Hemmerling, ausgesprochen. „Um konkurrenzfähig zu bleiben, brauchen wir mehr und nicht weniger Qualifikation“, sagte Schleyer gestern auf der Vollversammlung der HWK Oldenburg.

Schleyer und Hemmerling stellten sich damit gegen Vorschläge zur Reform der Berufsbildung, die kürzlich vom Bundesbildungsministerium, Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften gemacht wurden. Eine kürzere Lehrzeit bedeute den „Einstieg in eine Schmalspur-Ausbildung“, so Hemmerling.

Insgesamt zogen Schleyer und Hemmerling ein positives Fazit zur wirtschaftlichen Entwicklung des Handwerks 2006. Schleyer erwartet für dieses Jahr ein Wachstum von drei Prozent. Auch die Zahl der Arbeitsplatzverluste falle bundesweit mit 30 000 bis 50 000 deutlich geringer aus als in den Vorjahren. „Mit Glück erreichen wir sogar eine schwarze Null“, sagte der ZDH-Generalsekretär.

Positiv wertete er die Einführung des Programms zur energiesparenden Gebäudesanierung und den Steuerbonus auf Handwerksleistungen. Angesichts der Mehrwertsteueranhebung plädierte er für eine Erhöhung des Bonus auf 25 Prozent von 4000 Euro.


Für das regionale Handwerk prognostizierte Hemmerling einen Umsatzzuwachs zwischen zwei und drei Prozent. Der Geschäftsklimaindex sei auf den höchsten Wert seit Mitte der 90er-Jahre geklettert. „Zugpferd des Aufschwungs ist ganz eindeutig die Bauwirtschaft“, sagte Hemmerling.

Als „ausgesprochen erfreulich“ wertete er auch die Entwicklung der Ausbildungszahlen. Bis 30. November wurden 2982 neue Lehrverträge gezählt – 110 Verträge oder 3,8 Prozent mehr gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt.

HWK-Hauptgeschäftsführer Manfred Kater teilte mit, dass die Zahl der bei der Kammer registrierten Betriebe bis Ende November um 344 auf 12 112 gestiegen sei. Die stärksten Zuwächse im meisterpflichtigen Bereich habe es im Maurer- und Betonbauerhandwerk sowie im Zimmerhandwerk gegeben. Für besondere Verdienste um das Gesamthandwerk zeichnete Schleyer Kater mit dem Handwerkszeichen in Gold aus.