OLDENBURG/HANNOVER - OLDENBURG/HANNOVER/TOM - Der Deutsche Tierschutzbund hat an die Landwirte appelliert, beim Mähen von Wiesen und Weiden vorsichtig zu sein – ansonsten drohten tödliche Gefahren für Rehkitze und andere Wildtiere. Es sei wichtig, vor dem Mähen die Wiesen gründlich zu begutachten und sicherzustellen, dass sich dort keine Tiere mehr aufhalten, betonte Tierschutz-Präsident Dr. Wolfgang Apel (Bremen). Als probates Mittel empfiehlt er, am Tag vor der Mahd Stangen mit flatternden Tüchern oder mit Blinklampen aufzustellen. Ansonsten könnten die sich duckenden Wildtiere in die scharfen Klingen der Mähmaschinen gelangen und tödliche Verletzungen erleiden.
Bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen stoßen die Warnungen des Tierschutzbundes auf offene Ohren. Deren Sprecher Peter Wachter rät den Landwirten in der Region, ergänzend zur gründlichen Überprüfung den so genannten Wildretter auf den Flächen einzusetzen. Dieses Gerät ist eine Art Rechen, der seitlich am Mähwerk angebracht wird und durch Gras fegt, das erst in der nächsten Runde gemäht wird. So sollen versteckt liegende Wildtiere die Chance zu rettenden Flucht haben.
Beim Vorsitzenden der Jägerschaft Oldenburger Land, Günther Wemken (Rastede), stößt diese Methode allerdings auf wenig Gegenliebe, weil sie nach seiner Auffassung noch nicht ausreichend erprobt ist. Wemken empfiehlt den Landwirten vielmehr, rechtzeitig vor dem Mähtermin die lokale Jägerschaft zu informieren. Jäger würden dann mit gut ausgebildeten Hunden die für den Grasschnitt vorgesehene Fläche absuchen. Stoßen die Hunde dabei auf Jungwild, erstarren sie quasi zur Salzsäule – die Jäger können den Wildtier-Nachwuchs mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen von der Nutzfläche auf eine Nachbarwiese tragen.
Dennoch gibt es Wemken zufolge ein grundsätzliches Problem: Bei schnell hereinbrechenden Schönwetterfronten wollen die Landwirte ihre Flächen zügig abmähen und „vergessen“ deshalb die Zusammenarbeit mit den Jägern. In solchen Fällen rät auch die Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (Wardenburg) zu einem bewährten Mittel: Wiesen und Weiden sollten von innen nach außen gemäht werden. So könne vermieden werden, dass Tiere vor dem Arbeitslärm in die falsche Richtung und damit womöglich in den Tod flüchteten.
